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Bei den Fluss- und Hochseekreuzfahrten liege das Augenmerk auf kleineren Schiffen mit möglichst wenig Gästen und möglichst viel Service, erläuterte Silvana Kühl. Der von ihr vertretene Reiseveranstalter „Panoramica” ist seit 1992 am Markt und hat bis jetzt alle Krisen in der Branche erfolgreich umschiffen können. Claudia Marsal
Kreuzfahrten gefragt

Senioren wollen wieder raus in die Welt

Die Tourismusbranche erhole sich langsam, resümiert Silvana Kühl von „Panoramica”, die in Prenzlau Werbung für einen besonderen Finnland-Trip machte.
Prenzlau

Silvana Kühl ist ein alter Hase im Tourismus-Geschäft. Als Marketingverantwortliche bei „Panoramica” sorgt sie bei Veranstaltungen dafür, dass ihr in Rostock ansässiger Veranstalter in der Uckermark noch bekannter wird. Kürzlich war die Werbeexpertin bei der Seniorenmesse in Prenzlau präsent und legte den dortigen Besuchern vor allem eine besondere Lappland-Tour ans Herz. Ende Januar 2023 soll es eine Vollcharter-Reise nach Finnland geben, bei der sich die Teilnehmer um nichts mehr kümmern müssen, erklärte sie dem Uckermark Kurier. Das sei vor allem für betagte Reisende sehr wichtig, und die gehörten eben zum Hauptklientel. Durch Corona habe es zwar bei Bus-Touren und Kreuzfahrten einen enormen Einbruch gegeben, räumte sie auf Nachfrage ein: „Aber jetzt erholt sich das Geschäft langsam wieder. Die Senioren wollen raus in die Welt.” Nur gut organisiert müssten die Angebote sein, hat sie die Erfahrung gemacht; am besten mit Direktflug in einer von „Panoramica” gecharterten Maschine und deutscher Reiseleitung vor Ort. Bei den Fluss- und Hochseekreuzfahrten liege das Augenmerk auf kleineren Schiffen mit möglichst wenig Gästen und möglichst viel Service. „Panoramica” ist seit 1992 am Markt und hat bis jetzt alle Krisen in der Branche erfolgreich umschiffen können.

Zahl der Senioren wächst

Über zehn Milliarden Euro gaben Senioren vor Corona jährlich für Reisen aus. Das sind drei Milliarden Euro mehr, als deutsche Familien für ihren Urlaub zahlen. Nach der Statistik des Marktforschungsunternehmens GfK buchten Familien knapp 29 Millionen Reisen jährlich und Senioren im gleichen Zeitraum zwei Millionen mehr. „Die Zahl der Senioren wächst weiter. Zudem können sie nicht nur zeitunabhängig reisen, sondern verfügen auch über die entsprechenden finanziellen Mittel“, erläuterte Sibylle Zeuch, Pressesprecherin des Deutschen Reiseverbandes (DRV), vor dem krisenbedingten Einbruch der Zahlen. Senioren seien reisefreudig und neugierig auf die Welt. „Je älter die Menschen sind, die reisen, um so bequemer und möglichst gut organisiert verreisen sie“, berichtete damals die Sprecherin des DRV.

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Aber es gebe für Anbieter einiges zu beachten, setzte sie hinzu. Viele Senioren würden es schätzen, wenn ihr Gepäck abgeholt und während der Reise transportiert werde. Beliebt seien daher bei älteren Reisenden beispielsweise Kreuzfahrten, da sie dabei viel sehen und nur einmal ein- und auspacken müssten.

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Die Veranstalter bieten deshalb speziell für die Generation 60 plus besondere Serviceleistungen an. Gepäckservice, Abholung von zu Hause, Reisebegleitung, eventuell auch die Begleitung eines Arztes während der Reise, die seniorengerechte Ausstattung der Hotels und die kurzen Wege am Urlaubsort nannte Sibylle Zeuch als einige Kriterien. Bei der Wahl der Reiseziele würden Senioren grundsätzlich das Binnenland und die angrenzenden deutschsprachigen Länder Österreich und die Schweiz bevorzugen. „Aber je nachdem wie rüstig die Senioren sind, fahren sie auch zu anderen Zielen, zum Beispiel rund um das Mittelmeer, oder unternehmen Studien- und Kulturreisen.“ Zu den beliebtesten Zielen der älteren Reisenden zählen übrigens Neuschwanstein und Bremen (Deutschland), Cala Millor (Mallorca), Kolberg (Polen) und Basel (Schweiz).

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