Henrike Reemtsma (Mitte) fand deutliche Worte gegenüber den SPD-Landtagsabgeordneten. Es brauche jetzt ein klares Bekennt
Henrike Reemtsma (Mitte) fand deutliche Worte gegenüber den SPD-Landtagsabgeordneten. Es brauche jetzt ein klares Bekenntnis des Landes zum Vorhaben der Europäischen Schule Templin. Ohne ein solches sei das Projekt gefährdet. Horst Skoupy
Während ihrer Klausurtagung in Templin besuchten am Mittwoch die SPD-Landtagsabgeordneten unter anderem die künftige
Während ihrer Klausurtagung in Templin besuchten am Mittwoch die SPD-Landtagsabgeordneten unter anderem die künftige Europäische Schule Templin, um sich über das Vorhaben, das vom Land unterstützt werden soll, zu informieren. Horst Skoupy
Haushaltsklausur

Signal vom Land für Europäische Schule Templin erwartet

Stiftungsvorsitzende Henrike Reemtsma richtete klare Worte an die SPD-Landtagsfraktion, die in Templin den Haushalt des Landes für 2023/24 berät.
Templin

In dieser Woche sind die Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion zu einer dreitägigen Klausurtagung im Templiner Ahorn Seehotel zusammengekommen. Neben der Energiekrise verständigten sich die Politiker auch zum nächsten Doppelhaushalt des Landes für die Jahre 2023/24. Es war weniger touristisches Interesse, dass sie sich am Mittwoch vor Ort über das Projekt der Europäischen Schule Templin informierten. Vielmehr ging es darum, vor dem Hintergrund der Haushaltsdebatte dem Versprechen der Landesregierung, das Vorhaben unterstützen zu wollen, endlich Taten folgen zu lassen.

Top-Nachricht: 30 Millionen Euro für Europäische Schule in Templin

Planer und Architekt Gerald Kühn-von Kaehne informierte die Gäste deshalb zunächst, was getan werden muss, um das denkmalgeschützte Ensemble des ehemaligen Joachimsthalschen Gymnasiums mit einer modernen Schule für circa 300 Internats- und weitere 150 Tagesschüler neu zu beleben. 2020 sei ein Masterplan vom Potsdamer Architektenbüro Kühn- von Kaehne und Lange im Auftrag der Stiftung Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium erarbeitet worden.

Seinerzeit wurden Gesamtkosten von rund 97 Millionen Euro für das ehrgeizige Vorhaben ermittelt. „Allein 60 Millionen Euro entfallen auf die denkmalpflegerischen Maßnahmen der bestehenden Gebäude“, sagte der Planer. Den Plänen zufolge soll in Absprache mit den Denkmalbehörden des Landes und des Landkreises die historische Substanz weitgehend erhalten bleiben, der Uckermark Kurier berichtete.

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Gerald Kühn-von Kaehne erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass vom Bund bereits 30 Millionen Euro für die denkmalgerechte Sanierung geparkt sind. Im November 2020 hatte der Haushaltsausschuss des Bundes die Förderung in dieser Höhe zugesagt. Sie ist allerdings an eine Kofinanzierfinanzierung des Landes Brandenburg sowie einen Eigenanteil der Stiftung gebunden. Nach dem Finanzkonzept der Stiftung sollen dafür 20 Millionen Euro vom Land fließen. 10 Millionen Euro muss die Stiftung dafür aufbringen.

Henrike Reemtsma, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Gebäudeensemble Joachimsthalsches Gymnasium Templin, fand bei der Verabschiedung der SPD-Landtagsfraktion deutliche Worte. Vor dem Hintergrund der Haushaltsdiskussion sagte sie: „Wir brauchen jetzt ein klares Bekenntnis des Landes zu dem Vorhaben. Ohne ein solches Signal ist das Projekt gefährdet.“

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Bei Daniel Keller, Vorsitzender der Fraktion, ist die Botschaft angekommen. Die Themen Europa und europäischer Zusammenhalt seien aktueller denn ja. Darüber herrsche Konsens unter der Abgeordneten der Fraktion. Das Projekt einer Europäischen Schule, an der junge Menschen aus ganz Europa ihr Abitur ablegen können, habe aus seiner Sicht nicht nur eine Bedeutung für die Stadt und die Uckermark, sondern auch für das Land Brandenburg und darüber hinaus. „Wir müssen unseren Abgeordneten bewusst machen, welchen Schatz wir hier heben können“, zeigte er sich beeindruckt von der Idee, ein denkmalgeschütztes Ensemble wie das ehemalige Joachimsthalsche Gymnasium mit Projekt wiederzubeleben, dass inhaltlich den europäischen Gedanken in sich trägt. „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es in unserer Verantwortung liegt, ein Projekt, für das sich Menschen privat engagieren, jetzt über die Ziellinie zu führen“, so Daniel Keller.

Seine Fraktion werde alles dafür tun, die Koalitionspartner davon zu überzeugen, die notwendigen finanziellen Mittel dafür bereitzustellen. Je nachdem, inwieweit es in der Haushaltsplanung für die Jahre 2023/24 Eingang findet, könne die Fraktion in der Haushaltsdebatte Mitte/Ende Oktober noch einmal Änderungsanträge einbringen, erklärte er.

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