Die Kreistagsabgeordnete Birgit Bader und Florian Profitlich in Rathenow im Forschungs- und Innovationszentrum der SUNfarming
Die Kreistagsabgeordnete Birgit Bader und Florian Profitlich in Rathenow im Forschungs- und Innovationszentrum der SUNfarming GmbH privat
Energiekonzept für Templin

So lassen sich Äcker für Agrar und Solarenergie nutzen

Freiflächenanlagen für die Solarenergie werden kritisch betrachtet. Wie die Flächenkonkurrenz aufgelöst werden kann, dazu laufen nun Versuche.
Templin

Interessierte diskutieren im Multikulturellen Centrum Templin (MKC) über ein Klimaschutzkonzept für die Stadt. Dazu gehört sicher auch, welchen Beitrag Templin zum Umstieg auf erneuerbare Energien leisten kann. Photovoltaikanlagen auf Dächern gehören ohne Zweifel dazu, aber auch Freiflächenanlagen auf Ackerflächen. Letzteres ist allerdings ziemlich umstritten. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen sieht einen Weg zur Auflösung dieses Trog-Teller-Tank-Steckdosenkonfliktes in sogenannten Agro-Photovoltaik-Projekten.

+++ Moratorium für Photovoltaik auf Ackerland in der Uckermark +++

Wie das funktioniert, konnten die Kreistagsabgeordneten der Grünen Birgit Bader und Florian Profitlich gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Isabell Hiekel und Clemens Rostock in Rathenow erfahren. Dort besichtigten sie das Forschungs- und Innovationszentrum der SUNfarming GmbH, wo Obst, Gemüse und Kräuter unter aufgeständerten Photovoltaik-Modulen angebaut werden.

„Die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens wird fortgesetzt und die Betriebe erhalten durch die Stromproduktion ein Zusatzeinkommen. Die Kommunen profitieren von den finanziellen Abgaben der Betreiber“, beschreibt Birgit Bader danach die Vorteile einer solchen Kombilösung. „Zur Orientierung: Eine 20 Hektar große Solaranlage bringt der Stadt Templin beispielsweise Einnahmen in Höhe von 40.000 Euro im Jahr – und das 30 Jahre lang“, so die Kreistagsabgeordnete. Bürgerinnen und Bürger im Umkreis der Anlagen könnten Zugang zu verbilligten Stromtarifen haben. Außerdem könnten sie sich finanziell an den Anlagen beteiligen und so selbst zu Investorinnen und Investoren werden, die jährliche Gewinne durch die Stromproduktion erwirtschaften. Dafür brauche es verbindliche Regeln. „Die Details wollen wir Bündnisgrüne in den kommunalen Gremien diskutieren“, kündigte sie an.

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Die Diskussion darüber wird in der Stadtverordnetenversammlung allerdings, begleitet von Moratorien schon seit vielen, vielen Monaten, weit über ein Jahr lang geführt. Im Dezember soll es auslaufen. Bis dahin soll die Stadtverwaltung aufgefordert, einen Kriterienkatalog entwerfen haben, der sich an den Ergebnissen einer Bürgerveranstaltung im Frühjahr orientieren und den Stadtverordneten einen Rahmen geben soll, nach dem Investorenanträge bewertet und beschieden werden sollen. Neben landwirtschaftlichen Flächen könnten auch städtischen Freiflächen wie Parkplätze als potenzielle „Sondergebiete Solarenergie“ im Flächennutzungsplan ausgewiesen werden.

Wer sich näher informieren möchte, kann das Forschungs- und Innovationszentrum der SUNfarming GmbH in Rathenow: Am Dienstag, den 23. August besteht eine Möglichkeit dazu, teilte Patrick Telligmann vom Vorstand des Kreisverbandes der Grünen mit.

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