Umweltfrevel aufgedeckt

Spazierweg mit Plastemüll befestigt

Bei Seelübbe haben Anwohner im Boden Gummiteile, Dämmwolle, Kabelenden und Dübel entdeckt. Offenbar wurde das Material bewusst dort ausgebracht.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Britta Schlench hat 58 Bilder von dem Umweltfrevel gemacht und an den Bürgermeister geschickt.
Britta Schlench hat 58 Bilder von dem Umweltfrevel gemacht und an den Bürgermeister geschickt. Claudia Marsal
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Seelübbe.

Britta Schlench aus Seelübbe hat nahe ihres Heimatortes einen Umweltfrevel aufgedeckt. Auf einem kürzlich befestigten Weg fand sie an der Oberfläche im aufgeschütteten Recyclingmaterial Gummiteile, Steckdosenreste, Dübel, Kabelenden und Dämmwollefetzen. Die Uckermärkerin machte 58 Fotos und ließ sie der Stadtverwaltung zukommen. „Jeden Tag hören wir in den Medien von Plastik in den Meeren. Und dann wird hier in Deutschland, einem hochentwickelten Industriestaat mit Vorbildfunktion und hohen Umweltstandards, so ein Dreck in die Gegend gekippt.” Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) sagt, dass eine Firma aus Norddeutschland für den Windpark Hohengüstow/Stegemannshof Elektroleitungen verlegt habe.

Material wird abgesammelt

Bei diesen Erdarbeiten sei der Sandweg Richtung Bertikow stark aufgewühlt worden. Die Stadt Prenzlau habe daraufhin bei der Verursacherfirma Regress angemeldet. Das Unternehmen sollte den Weg auf Veranlassung der Stadt reparieren. Ein von der Kommune gefordertes Prüfzeugnis des Materials konnte der Betrieb nach Aussage der Verwaltung vorlegen. „Nunmehr zeigt sich aber nach erfolgter Übergabe der Leistung und nach den Regenfällen sowie der verstärkten Nutzung des Weges aufgrund von Umleitungen, dass in dem Material die von der Leserin beschriebenen Reste enthalten sind”, so Sommer. Er sagte zu, dass das Material unverzüglich abgesammelt werde. Danach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.