STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG TEMPLIN

Stadtverordnete lehnen AfD-Anträge ab

Die AfD-Fraktion in Templin ist mit ihrem Ansinnen, dem Multikulturellen Centrum und dem „Jugendkella“ Fördermittel zu streichen, nicht durchgekommen.
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Die Stadtverordneten tagten im MKC-Saal.
Die Stadtverordneten tagten im MKC-Saal. Sigrid Werner
Templin.

Vier Beschlussvorlagen hat die AfD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Templin bei der letzten Sitzung der Stadtverordneten in dieser Woche eingebracht. Alle anderen Fraktionen der Templiner Stadtverordneten distanzierten sich klar davon und lehnten es mehrheitlich ab, die freiwilligen Leistungen der Stadt für das Multikulturelle Centrum (MKC) 2021/22 auf jährlich 100 000 Euro zu begrenzen, die städtische Förderung von Stellen im „Jugendkella“, einem offenen Jugendhaus der evangelischen Kirche, einzustellen, den Bürgermeister zu beauftragen, Vertreter aller Fraktionen in den Vorstand des MKC zu entsenden und den Hauptverwaltungsbeamten zu beauftragen, beim Finanzamt die Überprüfung der Gemeinnützigkeit des MKC Templin e.V. zu veranlassen.

Hintergründe für Anträge

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD Christian Bork hatte die Fördermittel-Begrenzung für das MKC mit der Suche nach Einsparpotenzialen im Haushalt begründet. Aufgrund der anhaltenden Beschränkungen und Kurzarbeit habe es aber weniger Kosten, sagte er. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Hartphiel wertete das als „Pseudo-Begründung”. AfD-Fraktionsvorsitzender Aribert Christ führte weiter an, dass der Vorstand des MKC e.V. es abgelehnt habe, Räumlichkeiten für ein Bürgerforum der AfD-Landtagsfraktion zur Verfügung zu stellen.

Für kulturelle Vielfalt

Christian Hartphiel (SPD) kritisierte die AfD-Fraktion, zwei Einrichtungen schaden zu wollen, die sich für Kinder, Jugendliche und Familien einsetzen. „Es geht um verletzten Stolz“, sagte Andreas Büttner (Linke). Die AfD wolle missliebige Einrichtungen diskreditieren und das inzwischen auch auf Landesebene mit einer „Kleinen Anfrage“. Das MKC stehe für kulturelle Vielfalt. „Sie wollen hier gerade kulturelle Vielfalt in dieser Stadt zerstören, weil es ihnen nicht passt“, so Büttner. Mehrheitlich sprachen sich die Stadtverordneten dagegen aus, die mühsam erkämpfte Mischfinanzierung für das MKC durch Stadt, Landkreis und Land in Frage zu stellen.

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