Nadine Kurth ist froh, dass es in ihrem Dorf noch einen Bäcker gibt, wo sie leckeren Stollen kaufen kann.
Nadine Kurth ist froh, dass es in ihrem Dorf noch einen Bäcker gibt, wo sie leckeren Stollen kaufen kann. Claudia Marsal
Handwerkskunst

Stollen aus Fürstenwerder sind begehrt

In den Märkten sind die Regale voll mit Industriebackwaren. Alternativen gibt es bei den heimischen Bäckern. Doch die leiden unter der mächtigen Konkurrenz.
Fürstenwerder

Qualität schmeckt man. Da ist Nadine Kurth ganz sicher. Die 44-Jährige genießt es sehr, einen Bäcker in der Nähe zu haben, der seine Waren noch nach alten Rezepten und unter Verzicht auf Chemie herstellt. Auch in der Adventszeit lenkt die zweifache Mutter ihre Schritte oft zum Geschäft der Ihlenfeldts, denn dort locken jetzt Stollen und Pfefferkuchen.

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In dieser Woche hat die stellvertretende Filialleiterin eines Supermarktes dort wieder „zugeschlagen“. Sie weiß nämlich, dass ihre 23-jährige Tochter wie der Nachzügler-Sohn (13) auf Ihlenfeldtsche Spezialitäten schwört. „Meine Große kommt zum Fest nach Hause und wird sich freuen, dass echter Fürstenwerderer Stollen auf der Kaffeetafel steht.“

Früher 100 Exemplare pro Woche

Senior-Bäckermeister Henning Ihlenfeldt erzählt, dass vor der Wende über 100 Stollen pro Woche seinen Ofen verlassen hätten: „Jetzt setzen wir leider nur noch die Hälfte ab, weil der Lebensmitteleinzelhandel zur größten Konkurrenz geworden ist.“ Nicht nur bei Kuchen und weihnachtlichen Spezialitäten, auch bei Brot und Brötchen: „Was die Leute vielleicht nicht wissen, ist, dass die Rohlinge oft aus China kommen und die Einheimischen selbst dort wegen der fragwürdigen Herstellungsbedingungen immer öfter darauf verzichten.“

 

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