GERICHT

Strafe für Blockade der Rettungsgasse auf A20

Bei Stau auf der Autobahn rückwärts zur letzten Abfahrt fahren? Achtung: Das ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch teuer werden.
Kai Horstmann Kai Horstmann
Richter Mike Mauter verwarf den Einspruch des Autofahrers.
Richter Mike Mauter verwarf den Einspruch des Autofahrers. Kai Horstmann
Prenzlau.

Vor dem Amtsgericht Prenzlau ist am Montag der Einspruch eines ungarischen Autofahrers verhandelt worden. Dieser musste wegen Behinderung der Rettungsgasse ein Bußgeld von 200 Euro bezahlen und erhielt einen Monat Fahrverbot. Er war am 11. April 2018 mit seinem Transporter auf der Autobahn 20 in Richtung Norden gefahren. Er hatte gerade die Ausfahrt Prenzlau Süd passiert, als sich der Verkehr staute.

Ein junger Mann war mit seinem Fahrzeug kurz vor der Abfahrt Prenzlau Ost tödlich verunglückt. Die Autobahn wurde durch die Polizei voll gesperrt. Nachfolgende Autofahrer verhielten sich vorbildlich und bildeten eine Rettungsgasse. Nun setzte der ungarische Fahrer an und fuhr rückwärts zur Abfahrt Prenzlau Süd.

Alarmruf bei Polizei eingegangen

Andere wartende Autofahrer riefen über die 110 die Polizeileitzentrale an. Eine Polizeistreife konnte den Verkehrssünder noch auf der Autobahn abfangen. Weil die Rückwärtsfahrt laut Polizei kaum mehr als fünf Minuten andauerte, es zu keinem Unfall kam und auch keine Rettungskräfte behindert wurden, legte der Ungar gegen den Bußgeldbescheid Widerspruch ein. Dieser wurde unter Richter Mike Mauter am Amtsgericht Prenzlau verhandelt.

Einen möglichen Erfolg für sich vor Gericht machte der Fahrer dadurch noch unwahrscheinlicher, dass er im Gegensatz zu den Zeugen erst gar nicht erschien. Daraufhin verwarf der Richter den Einspruch. Der Kläger trägt zudem die Kosten des Verfahrens.

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