CORONA-KRISE

Tagesausflüge an die Ostsee bleiben verboten

An den Straßen nach Mecklenburg-Vorpommern stehen zwar keine Polizisten mehr, dennoch gelten offiziell weiter strenge Regeln für die Einreise.
Auf eigene Faust sind Tagesausflüge nach Mecklenburg-Vorpommern weiter untersagt. Wer an die Ostsee will, muss mindestens
Auf eigene Faust sind Tagesausflüge nach Mecklenburg-Vorpommern weiter untersagt. Wer an die Ostsee will, muss mindestens eine Übernachtung gebucht haben. Stefan Sauer
Prenzlau.

Für viele Uckermärker liegt die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern praktisch vor der Haustür. Im Alltag ist sie nicht wahrnehmbar. Ganz selbstverständlich wird im Nachbarland eingekauft. Doch dann kam Corona, und fortan galten massive Einschränkungen im innerdeutschen Reiseverkehr. Plötzlich standen Polizisten an den Zufahrtsstraßen nach MV. Nur wer einen triftigen Grund hatte, durfte passieren. Der Abstecher an die Ostsee war fortan verboten.

Tagestouristen im Reisebus

Seither hat die Landesregierung in Schwerin eine Reihe von Lockerungen beschlossen. Demnach dürfen nach den Urlaubern, die mindestens eine Übernachtung im Nachbarland gebucht haben, offiziell auch wieder Tagestouristen aus anderen Bundesländern die Grenze passieren. Allerdings nur in Busreisegruppen. Individuelle Tagesausflüge per Auto und Bahn bleiben dagegen untersagt. „Die aktuelle Verordnung regelt klar, dass Ausnahmen beim Tagestourismus nur für „die tagestouristische Einreise mit Reisebussen“ zulässig sind“, bestätigte Andreas Texter, stellvertretender Regierungssprecher der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern.

Keine Ausnahme für Einkäufe

Es gehe um die Nachvollziehbarkeit von Kontakten, so der Sprecher. Da alle Reisenden in den Bussen registriert würden, könne bei Infektionen die Ansteckungskette nachvollzogen werden. Gefragt, welche Sanktionen auf Uckermärker zukommen können, die auf eigene Faust nach Mecklenburg-Vorpommern aufbrechen, antwortete Andreas Texter, dass sie damit rechnen müssten, „mit einer Geldbuße bestraft zu werden“. In umgekehrter Richtung, also von MV in die Uckermark, gibt es für Tagesausflügler keine Einschränkungen.

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Kommentare (6)

Gut so, Usedom ist hoffnungslos überlaufen, Schlangen auf der einzigen durchquerenden Straße, Schlangen vor Geschäften, Abstand galten an Ballungspunkten ist unmöglich. Nein, das macht keinen Spaß, und ich frage mich wie das Urlaubern und Tagesausflüglern Spaß machen soll.

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber lachen!
Stell mir grad vor, ich geh in MV die Strandpromenade entlang an etlichen Leuten vorbei. Wenig später werde ich positiv getestet. Woher will man wissen, ob Einheimische, Mehrtagesurlauber oder einer aus einer Reisegruppe an mir vorbeigelaufen ist?
Logisch ist das schon lange nicht mehr!

im Freien ist praktisch unmöglich! Ich dachte eigentlich, das ist inzwischen jedem klar. Es sei denn es gab Küsse oder intimen Kontakt.

Auch im Freien ist eine Ansteckung möglich! Daher gilt ja nach wie vor der Mindestabstand von 1,5 Metern. Wenn der Wind ungünstig für Dich steht, ist sogar eine Ansteckung im weiteren Abstand möglich, wenn einer niest oder hustet. Daher bitte nach wie vor nicht zu sorglos sein!

Ich lebe in SH und finde die Maßnahmen hier besser als bei uns. Allerdings finde ich Tagestouristen auszuschließen schon heftig. Zumindest was das Landesinnere angeht - an den Ostseestränden verstehe ich das bestens. Man kann leider keine Freunde besuchen usw. (als Tagesausflug) Es kommen jedoch auch viele aus MV nach SH und HH zum Arbeiten, letztlich sind das auch Tagestouristen bei uns.....

Die Zeit ist doch längst vorbei, dass Mecklenburg-Vorpommern mit niedrigen Infektionsraten heraussticht. Seit vielen Wochen liegen die Fallzahlen in den angrenzenden Bundesländern auf ähnlich niedrigem Niveau. Da ist es nicht mehr nachvollziehbar, warum ein Neubrandenburger in der Ostsee baden darf, ein Prenzlauer aber nicht. Das Argument der Nichtnachvollziehbarkeit der Identität von Tagestouristen gilt doch für die Einheimischen (in MV) gleichermaßen.

Eigentlich sollte in einer Phase 5 die Anreise von ausländischen Gästen und der Tagestourimus gleichzeitig wieder ermöglicht werden. Ausländische Gäste dürfen schon seit über vier Wochen wieder kommen. Nun heißt es also Warten auf eine Phase 6, welche überhaupt nicht vorgesehen war. Auf der offiziellen Seite der Landesregierung gibt es dazu keinen Update mehr.

Seit einigen Wochen dürfen Reisebusgesellschaften wieder ohne Übernachtung kommen. Dies kam wohl auch auf Druck der Schweriner Seenschifffahrt zustande, welche ihr Betätigungsfeld direkt vor dem Parlamentssitz hat.