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Templin will Zigarettenkippen recyceln

Die Stadt will aufhören mit der Umweltverschmutzung durch Zigarettenkippen. Das Jugendbündnis hatte die Idee, die Kippen unschädlich zu machen.
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Mario Merella vom TobaCycle.e.V. stellte vor Templiner Stadtverordneten sein Recycelsystem für Zigarettenkippen vor.
Mario Merella vom TobaCycle.e.V. stellte vor Templiner Stadtverordneten sein Recycelsystem für Zigarettenkippen vor. Sigrid Werner
Diese Zigarettenbehältnisse hat die Stadt bereits probehalber am Markt und am Museum angebracht.
Diese Zigarettenbehältnisse hat die Stadt bereits probehalber am Markt und am Museum angebracht. Sigrid Werner
Templin.

Templin ist auf der Suche nach einem praktikablen Recycelsystem für Zigarettenkippen. Die Idee dazu geht auf eine Initiative des Templiner Jugendbündnisses zurück. Letzteres hatte bei Müllsammelaktionen 2019 und 2020 verstärkt herumliegende Kippen aufgelesen, weil eine einzige Zigarettenkippe mit ihrem Nikotingift bis zu 40 Liter Grundwasser verseuchen kann. Jeder, der seine Kippe achtlos in die Landschaft werfe, trage dazu bei, dass nachfolgende Generationen vielleicht nicht mehr so sauberes Grundwasser für ihr Trinkwasser zur Verfügung haben, so die jungen Leute. Bei der Stadt trafen sie auf offene Ohren mit der Bitte, Zigarettenstummel wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.

Beispiel aus Köln vorgestellt

Ein Beispiel, wie es funktionieren könnte, lieferte Mario Merella, Vorstand vom TobaCycle n.e.V. aus Köln auf dem jüngsten Stadtentwicklungsausschuss in Templin. Der nicht eingetragene Verein hat im Raum Köln neben dem Marketing für das separierte Einsammeln von Zigarettenstummeln ein Verfahren entwickelt, um im Rahmen eines dualen Systems die Nikotin-Giftstoffe aus der Umwelt zu holen. Privatleute, Firmen, Institutionen, aber auch Veranstalter sammeln die Kippen und lassen sie dem Verein zukommen. Die Kippen werden gemeinsam mit Altplastik aus dem gelben Sack vermahlen, danach mit einem Kunstharz verpresst und können dann im Spritzgussverfahren zu neuen Behältnissen gegossen werden.

Auf der Suche nach Partnern

Da in einer Kleinstadt wie Templin allerdings lange nicht so viele Kippen anfallen wie in Köln, ist die Stadt auf der Suche nach weiteren Partnern im Landkreis für ein Dualsystem für Zigarettenkippen. Erste Gespräche sind bereits mit dem Landkreis und der Uckermärkischen Dienstleistungsgesellschaft (UDG) als potenziellem Entsorger geführt worden.

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