Feuerwehrmann Stefan Klausch mit dem jungen Rehbock, den er aus dem Schacht geholt hat.
Feuerwehrmann Stefan Klausch mit dem jungen Rehbock, den er aus dem Schacht geholt hat. Feuerwehr Templin
Tierischer Einsatz

Feuerwehrleute retten Rehbock

Das junge Tier hatte großes Glück. Nicht nur, weil es aus einem Schacht befreit wurde, sondern auch, weil es sich keine Knochenbrüche zugezogen hatte.
Templin

Eine Nacht lang beherbergte Tierarzt Sven Sturmat einen besonderen „Gast”: Er und seine Frau hatten den jungen Rehbock einquartiert, den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Templin am späten Sonntagnachmittag aus einer misslichen Lage befreiten. Das Tier war auf einem Feld in der Nähe der Templiner Kurmeile in einen 1,60 Meter tiefen Regenwasserschacht gefallen.

Vom Regen völlig durchnässt

„Kinder hatten den Rehbock entdeckt”, berichtete Einsatzleiter René Müller. Wie lange das Tier zu diesem Zeitpunkt schon in dem Schacht gesteckt hatte, wisse man nicht. „Zunächst sah es so aus, als ob es schon tot wäre. Als wir jedoch mit der Rettungsaktion begannen, bewegte sich das Tier.” Feuerwehrmann Stefan Klausch sei in den Schacht geklettert und habe den Rehbock herausgeholt. „Technische Hilfsmittel waren für die Rettung nicht nötig”, so René Müller. Das Reh sei völlig durchnässt gewesen. „Wir haben es in Decken eingewickelt und vom Schlamm befreit.” René Müller verständigte Tierarzt Sven Sturmat, damit das Tier untersucht werden konnte. Insgesamt habe der Einsatz der Kameraden, die vor Ort waren, eine Stunde gedauert.

Keine Knochenbrüche festgestellt

Der Veterinär stellte fest, dass der Rehbock Glück im Unglück hatte. „Er war nur etwas schwach, stark unterkühlt und hatte eine leichte Hautverletzung an den Hinterläufen. Gebrochen war zum Glück nichts.” Die Templiner Feuerwehrleute hatten dem „Unglücksraben” inzwischen den Namen „Heiko” gegeben, erzählte Sven Sturmat. „Wir werden jetzt abwarten, bis der Regen nachlässt und ihn dann zu der Stelle zurückbringen, an der er gefunden wurde”, kündigte der Tierarzt am Montag an.

Dank an die Feuerwehrleute

Er wollte nach dieser Rettungsaktion noch unbedingt etwas loswerden: Die wertvolle Arbeit, die alle Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehren in ihrer Freizeit leisten, könne man gar nicht hoch genug schätzen. „Ohne sie wären wir ziemlich aufgeschmissen.”

Schacht war offen

Das werden sicher auch die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Templin gern hören. Ihnen bereitete nach diesem Einsatz allerdings etwas anderes Sorge: „Der Schacht, in den das Tier gefallen ist, war offen. Der Deckel lag daneben. Wir haben ihn wieder auf den Schacht gelegt.” Der Verdacht liege nahe, dass er mit Absicht geöffnet worden sei. Verständnis könne man für soviel Leichtsinn nicht aufbringen. „Denn das ist natürlich nicht nur für Tiere gefährlich, sondern auch für Kinder, die in der Kurmeile spielen”, sagte der Templiner Feuerwehrmann.

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