TIERMÄRCHEN

Templiner geben Ente und Küken Geleitschutz

Bereits das dritte Jahr hintereinander hat sich eine Entenfamilie in der historischen Altstadt von Templin in luftiger Höhe ein Nest gebaut.
Sigrid Werner Sigrid Werner
Das erste Mal im Leben im Wasser: Die glückliche Entenfamilie ist am Ratsteich angekommen.
Das erste Mal im Leben im Wasser: Die glückliche Entenfamilie ist am Ratsteich angekommen. Olivia Schauseil
Im Garten auf einem Hinterhof in der Templiner Altstadt wurden die Küken auf einem Mauersims ausgebrütet, bevor sie sich nach unten fallen ließen.
Im Garten auf einem Hinterhof in der Templiner Altstadt wurden die Küken auf einem Mauersims ausgebrütet, bevor sie sich nach unten fallen ließen. Olivia Schauseil
Wildenten auf dem Weg ins Wasser
Wildenten auf dem Weg ins Wasser Olivia Schauseil
Templin.

Vier Templiner Familien haben nun schon das dritte Jahr ein ganz besonderes Spektakel erlebt: Einen mit Efeu bewachsenen Mauersims auf einem Hinterhof in der Pestalozzistraße hat ein Entenpaar offensichtlich als ideales Quartier für seinen Nachwuchs ausgemacht. Erneut hatte sich die Entenmama in spé dort in luftiger Höhe ihr Nest zurechtgezupft. Nach Begutachtung des Entenvaters vom gegenüberliegenden Schuppen brütete sie auch in diesem Jahr dort ihre Jungen aus.

Entenmutter sehr fürsorglich

Wenn sie selbst einmal ausfliegen muss, um auf Nahrungssuche zu gehen, dann decke die Entenmutter die Eier fürsorglich zu. Bei der Kälte in diesem Jahr blieb sie nie lange weg, im vorigen warmen Frühjahr habe sie sich etwas mehr Zeit gelassen, berichtete eine Anwohnerin.

Zehn Küken auf dem Weg in die Freiheit

Jetzt sind zehn Küken geschlüpft, so Hannelore Matzke. 2018 waren es 13. Wie im vergangenen Jahr zeigte die Entenmama ihrem Nachwuchs nun den Weg in ihren eigentlichen Lebensraum: Sie watschelte die Efeuhecke entlang, auf das Schuppendach, über die Dachrinne bis zur Absprungecke. „Dann flog die Mama vor und lockte ihre Küken, es ihr gleich zu tun. Die Küken badeten noch einen Moment im Wasser der Dachrinne, dann ließen sie sich in den Hof fallen“, so Hannelore Matzke beeindruckt von dem Schauspiel.

Niedliche Szenen der Jungtiere

Hinab geht es dort gut zwei Meter in die Tiefe, ohne dass die Kleinen sich verletzen. „Mit einem richtigen Platschen purzelten die Küken ins Gras, landeten auf dem Rücken, zappelten ein wenig und kamen wieder auf die Füße. Vier der zehn Küken haben wir in einem Korb eingesammelt, um die Mutter mit dem Fiepen ihrer Kleinen auf den richtigen Weg in die Freiheit zu locken“, erzählt sie fasziniert. Das sei aber bei diesem dritten Mal gar nicht nötig gewesen. „Anders als im vorigen Jahr mussten wir der Vogelfamilie dieses Mal den Weg gar nicht zeigen. Die Entenmama begab sich schnurstracks durch unseren Hofgarten Richtung Hausflur auf den Gehweg Richtung Eichwerder“, erzählt die Templinerin. Über die die fünf Stufen unterwegs ließen sich die Federknäuel einfach hinunterkullern.

Bewohner sperren für Entenfamilie die Straße

Die Bewohner geleiteten die Entenfamilie bis zum See, sperrten die Straße ab, passten auf, dass Mama und Küken nicht von Fahrrädern oder Autos überfahren werden. „Kaum waren sie auf der Wiese, waren sie auch schon im Wasser“, wunderte sich Hannelore Matzke erneut fasziniert, wie wieselflink die kleinen Küken ihrer Mama folgten. Es sei wie ein Märchen, das die Anwohner hoffentlich auch im nächsten Jahr wiedererleben dürfen. Bewohnerin Olivia Schauseil hatte geistesgegenwärtig die Bilder dafür festgehalten.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Templin

zur Homepage