Auch im Urlaub will niemand frieren. Touristiker sehen sich von den gestiegenen Energiepreisen in ihrer Existenz bedroht.
Auch im Urlaub will niemand frieren. Touristiker sehen sich von den gestiegenen Energiepreisen in ihrer Existenz bedroht. Christin Klose
Kostenexplosion

Templiner Touristiker wegen Energiekrise alarmiert

Online wollen sich Vertreter von Hotels, Pensionen und Vermieter von Ferienwohnungen über die Folgen der explodierenden Energiekosten verständigen.
Templin

Die hohen Energiepreise bringen auch Touristiker in Bedrängnis. Darauf hatte Susanne Wurth in einer Templiner Stadtmarketingrunde hingewiesen. Gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Ernst Wurth bietet sie auf Gut Gollin 55 Übernachtungsmöglichkeiten für Feriengäste an. „Für uns als Familienbetrieb ist die derzeitige Situation schwierig. Deshalb überlegen wir ernsthaft, ob wir den touristischen Bereich im Winter bis Ostern schließen“, sagte die Unternehmerin. Sie hatte einen Erfahrungsaustausch mit anderen Hotels, Pensionen und Vermietern zu diesem Thema angeregt.

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Die Stadtmarketingrunden werden in Templin von der Tourismus Service GmbH (TMT) organisiert. „Wir haben die Anregung aufgegriffen und laden alle interessierten Leistungsträger am Mittwoch, dem 28. September, ab 18 Uhr zu einem digitalen Austausch zur Energiesituation ein“, so TMT-Geschäftsführer Ernst Volkhardt. Diese Einladung beziehungsweise der Link für die Teilnahme an dem Online-Angebot dürfe gern weitergeleitet werden. „Je mehr Teilnehmer, desto besser. Eine Anmeldung ist nicht nötig“, informierte Ernst Volkhardt.

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Vor Kurzem hatte Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke) öffentlich besorgt darauf reagiert, dass erste Tourismusbetriebe wegen der enorm gestiegenen Energiepreise Leute in Kurzarbeit schicken und entlassen. Der jetzt von der TMT initiierte Austausch solle zum einen dazu beitragen, sich einen Überblick zu verschaffen, ob sich auch andere touristische Unternehmen mit solchen Absichten tragen, erklärte Ernst Volkhardt, der ebenfalls Geschäftsführer der NaturTherme Templin ist. „Es geht bei diesem Gesprächsangebot aber auch darum, dass wir uns gegenseitig Tipps und Hinweise zur Bewältigung dieser Krise geben können.“

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An der digitalen Veranstaltung am 28. September werde auch ein Vertreter der IHK Ostbrandenburg teilnehmen, kündigte Ernst Volkhardt an. Sie hat in einer repräsentativen Umfrage untersucht, wie stark ihre Mitgliedsunternehmen von den Sanktionen gegenüber Russland betroffen sind und wie sie diese inhaltlich bewerten. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen zum einen, dass die gewerbliche Wirtschaft in Ostbrandenburg stark von den Sanktionen betroffen ist. Zum anderen verdeutlichen sie, dass sich die Unternehmen für eine Lockerung der Sanktionen und eine Beibehaltung russischer Öllieferungen aussprechen. Darüber hinaus plädieren die Betriebe für eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen deutschen Atom- und Kohlekraftwerke sowie einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien“, heißt es in der Auswertung.

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