Ronny Baumert hat in seinen Imbisswagen investiert, um seine Existenz zu sichern.
Ronny Baumert hat in seinen Imbisswagen investiert, um seine Existenz zu sichern. Michaela Kumkar
Energiekrise

Templiner Unternehmer will unabhängiger vom Gaspreis sein

Vielen Branchen machen gestiegene Gaspreise zu schaffen. Ein Imbissanbieter hat in Templin nach einem Ausweg gesucht.
Templin

Ronny Baumert hat seinen Platz auf dem Templiner Markt wieder bezogen und ist dort mit seinem Imbisswagen präsent. Mit diesem Angebot startete der 34-Jährige vor drei Jahren in die berufliche Selbstständigkeit. Damals hatte er lange überlegt, auf welchen Wochenmarkt er mit seinem Imbisswagen fahren sollte und hatte dafür fast alle in der Region abgeklappert. Der in Templin sagte ihm am meisten zu. Wegen der guten Bedingungen und weil er dort einen Standplatz auf Dauer bekam.

Mehr lesen: Noch kein Termin für Gaspreiserhöhung in der Uckermark

Trotzdem war Ronny Baumert dort in diesem Jahr bislang weniger, als er es eigentlich vorhatte. Aus gutem Grund. Er musste sozusagen in seinen Arbeitsplatz investieren, hat den Imbisswagen umgebaut. „Ich wollte wenigstens etwas unabhängiger vom Gaspreis sein, um meine Existenz zu sichern“, berichtet er. Ab sofort verzichtet der Marienthaler bei der Zubereitung seines Imbissangebotes auf Gas, setzt stattdessen auf Starkstrom und hat entsprechend umbauen lassen. Unter dem Strich beliefen sich die Investitionen auf rund 1000 Euro, weil er jetzt beispielsweise andere Friteusen braucht. Ronny Baumert ist überzeugt davon, dass er so sparen kann. „Letztes Jahr hat eine Gasflasche 17 Euro gekostet. Jetzt muss man dafür 30 Euro bezahlen. Pro Monat brauche ich ungefähr zehn Gasflaschen“, rechnet der Unternehmer vor. Bei seinen Überlegungen hat er auch Plan B berücksichtigt. „Wenn ich bei Festen oder privaten Feiern an anderen Orten mit meinem Wagen bin, wo die Stromversorgung nicht möglich ist, kann ich noch auf die Gasflasche zurückgreifen.“ Entsprechende Friteusen habe er nach wie vor dabei.

Lesen Sie auch: Gaspreis steigt schon bald um 45 Prozent

Dass nicht nur Gas, sondern auch viele Lebensmittel und Zutaten teurer geworden sind, die Ronny Baumgart zum Kochen braucht, darauf musste er ebenfalls reagieren. „Mir blieb nichts anderes übrig, als die Preise etwas anzuheben. Der Großteil der Kunden hat zum Glück Verständnis dafür“, erzählt er. Der junge Unternehmer wünscht sich, dass sein Imbissangebot weiter gut in Templin angenommen wird. „Die Templiner sind neugierig und offen, probieren beim Essen auch gern mal etwas Neues aus“, hat der 34-Jährige inzwischen festgestellt. Noch ist Ronny Baumgart nur an vier Tagen in der Woche mit seinem Imbisswagen vor Ort. „Daraus sollen wieder fünf werden, das habe ich mir fest vorgenommen“, sagt er. Der Marienthaler, der privat in kurzer Zeit auch mehrere Schicksalsschläge verkraften musste, hofft, dass es bald soweit sein wird.

zur Homepage