AUSGESETZTES TIER

Templinerin erkennt ihren Hund Spike wieder

Am Freitag wurde ein kranker Shih Tzu vor einer Tierarztpraxis gefunden. Inzwischen gibt es den ersten Hinweis.
Mit Kratzstellen im Fell und völlig abgemagert ist der kleine Mischling vor einer Tierarztpraxis in Templin ausgesetzt wo
Mit Kratzstellen im Fell und völlig abgemagert ist der kleine Mischling vor einer Tierarztpraxis in Templin ausgesetzt worden. Monika Strehlow
Templin.

Die Geschichte vom traurigen Hund, der am Freitag vor der Tierarztpraxis von Dr. Alexander Genschow in Templin ausgesetzt worden war, hat die Leser des Uckermark Kurier bewegt. Nun geht die Geschichte weiter: Am Sonntag meldete sich Michaela Schmidt beim Tierheim in Prenzlau, wo der Hund vorerst untergebracht ist. Die Templinerin hatte das Foto im Internet gesehen und darauf den reinrassigen Shih Tzu erkannt. „Er heißt Spike.“ Die junge Frau muss es wissen, denn vor elf Jahren hatte sie das Tier in Brandenburg an der Havel erworben. „Leider verstand sich Spike damals nicht mit Kindern. Ich wohnte zu diesem Zeitpunkt noch bei meiner Mutter. Meine Nichten und Neffen, die zu Besuch kamen, wurden dann immer von ihm gezwickt“, erinnert sie sich.

Frühere Besitzerin tot

Daraufhin hatte die Mutter ihrer Freundin angeboten, den Hund zu übernehmen. „Dort hatte er es wirklich gut“, betonte die Templinerin. Nach dem Tod der neuen Besitzerin übernahm ein Bekannter das Tier. Warum Spike nun in so einem schlechten Zustand ist, kann Michaela Schmidt nicht verstehen. Dr. Alexander Genschow hatte ihn als ungepflegt und unternährt beschrieben.

Die Kurstädterin habe sich nach eigenen Angaben mit dem städtischen Ordnungsamt und dem Veterinäramt des Landkreises Uckermark in Verbindung gesetzt und den Behörden den Namen des jetzigen Besitzers mitgeteilt. Dass der Mann den Hund ausgesetzt hat, steht für Michaela Schmidt fest. „Ich habe eine Sprachnachricht auf meinem Handy, in der er die Tat zugibt.“

Hilfe angeboten

Dass der Besitzer keine andere Möglichkeit sah, als den Hund einfach an einen Strauch vor der Tierarztpraxis anzubinden, findet die Kurstädterin unverantwortlich. Sie will sich als ehemalige Besitzerin nicht aus der Verantwortung stehlen und bietet Unterstützung an. „Wenn das Tierheim etwas für Spike benötigt, helfen wir gern, auch bei der weiteren Vermittlung. Die Schwestern meiner Freundin würden Spike gern übernehmen.“ Der etwa zwölfjährige Hund ist fast blind und taub. Er soll auch an epileptischen Anfällen leiden. „Ich kann ihn leider nicht nehmen, ich habe selbst einen Hund, der sich nicht mit anderen Rüden versteht“, so Michaela Schmidt.

Die Suche nach einem Verantwortlichen gestaltete sich am Montag für den Uckermark Kurier allerdings schwierig. Viola Heller vom Ordnungsamt in Templin sieht ihre Behörde als nicht zuständig, da es sich um ein ausgesetztes Tier handele. Das Veterinäramt möchte erst abgeklärt haben, ob Spike ein Fundtier ist, denn dann wäre wiederum das Ordnungsamt zuständig.

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