FEUER IN SENIOREN-HAUS

Templins Bürgermeister weist Vorwürfe gegen Feuerwehr zurück

Zu der Ursache des verheerenden Feuers am Sonnabend in Templin wird noch ermittelt. Inzwischen konnten die Verletzten das Krankenhaus verlassen.
Das ganze Ausmaß der Brandschäden war am Sonntag sichtbar.
Das ganze Ausmaß der Brandschäden war am Sonntag sichtbar. Uwe Werner
Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (auf dem Foto rechts) erkundigte sich am Sonntag bei den Hausmeistern des Wohnkompl
Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (auf dem Foto rechts) erkundigte sich am Sonntag bei den Hausmeistern des Wohnkomplexes über die aktuelle Lage. Uwe Werner
Der Brandort ist gesperrt und wird von der Polizei bewacht. Noch am Sonntag sollen Brandursachenermittler ihre Arbeit aufnehme
Der Brandort ist gesperrt und wird von der Polizei bewacht. Noch am Sonntag sollen Brandursachenermittler ihre Arbeit aufnehmen. Uwe Werner
Das ganze Ausmaß der Brandschäden war am Sonntag sichtbar.
Das ganze Ausmaß der Brandschäden war am Sonntag sichtbar. Uwe Werner
Templin.

Alle Bewohner einer Seniorenanlage und Einsatzkräfte, die bei dem Großfeuer am Sonnabend in Templin verletzt worden sind, konnten inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen, bestätigte Templins Bürgermeister Detlef Tabbert (Die Linke) Sonntagmittag dem Uckermark Kurier. Bei dem Feuer, dass am 11. Juli in einer DRK-Wohnanlage mit 125 Bewohnern ausgebrochen war, waren drei Senioren und vier Feuerwehrleute verletzt worden. Sie mussten mit leichten bis mittelschweren Brandverletzungen beziehungsweise Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.

Vorwürfe in sozialen Netzwerken

Ein Bewohner konnte aus seiner Wohnung nicht mehr gerettet werden und kam in den Flammen ums Leben. In sozialen Netzwerken kursierten dazu neben viel Respekt für den Einsatz der insgesamt rund 80 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren auch Vorhaltungen gegenüber ihrer Vorgehensweise. „Meine Familie musste durch den bösen Fehler von der Feuerwehr zusehen, wie ein alter armer Mann verbrannt ist, der um Hilfe gerufen hat”, behauptete wortwörtlich ein User. Auf Nachfrage des Uckermark Kurier lehnte er weitere Ausführungen dazu ab und erklärte nicht zu wollen, dass seine im Internet öffentlich abgegebenes Postings „in irgendeiner Weise verwendet werden”. Da die Vorwürfe so schwerwiegend sind, befragte der Uckermark Kurier dazu auch den Templiner Bürgermeister. Dieser schilderte, dass die ersten Kameraden der Templiner Feuerwehr bereits zehn Minuten nach erfolgter Alarmierung im Einsatz waren. Für Mutmaßungen in den sozialen Medien, dass das Brandopfer hätte gerettet werden können, habe er keinerlei Verständnis, so Tabbert: „Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die betroffene Wohnung bereits in Vollbrand. Es gab also beim besten Willen keine Chance, die Person lebend zu retten.“ Sein volles Mitgefühl gehöre den Angehörigen des Opfers, so Tabbert.

Ermittlungen zu Bildern des Opfers

Dass Bilder beziehungsweise Videos im Internet kursiert haben sollen, auf denen zu sehen war, wie das spätere Opfer in Flammen stand, um sein Leben kämpft, ist inzwischen Gegenstand weiterer Ermittlungen. DRK-Geschäftsführer Nico Brückmann hatte dieses bereits als respektlos und schäbig verurteilt und ebenso sein Mitgefühl gegenüber den Angehörigen zum Ausdruck gebracht. Die Löscharbeiten dauerten am Sonnabend bis gegen 21.30 Uhr an. Anschließend hatten zehn der ehrenamtlichen Kameraden der Templiner Wehr über die Nacht hinweg die Brandwache übernommen. Etwa ein Drittel des Gebäudekomplexes ist nach bisherigen Erkenntnissen unbewohnbar. Über 80 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden und werden von Verwandten und Pflegekräften an jenen Orten betreut, an denen sie vorübergehend Obdach gefunden haben. Sonntagmittag nahmen die Brandermittler ihre Arbeit in dem abgesperrten und von der Polizei bewachtem Gebäudekomplex auf.

Für Monate unbewohnbar

DRK-Geschäftsführer Brückmann rechnet damit, dass etwa ein Drittel der betroffenen Wohnungen für mehrere Monate nicht bewohnbar sein wird. In den unversehrt gebliebenen Hauseingängen habe der Energieversorger noch in der Nacht die Stromversorgung wieder hergestellt. „Ich bin stolz auf den Zusammenhalt der Templiner in solchen schwierigen Situationen. Viele Anwohner aus der Nachbarschaft haben den Einsatzkräften bei der Evakuierung geholfen. Viele Angehörige haben ihre Verwandten bei sich aufgenommen. Einige der Betroffenen wurden im benachbarten DRK-Pflegeheim untergebracht. Dankbar bin ich dem ‚Seniorenlandsitz Templin‘, der umgehend und unbürokratisch weitere betroffene Personen vorübergehend bei sich aufgenommen hat“, sagte Bürgermeister Tabbert. Steffi Schwarz vom DRK Kreisverband Uckermark-West/Oberbarnim, die am Sonntag ab 6 Uhr in der Sozialstation für Angehörige und Betroffene telefonisch erreichbar war, zeigte sind ebenfalls überwältigt von „der Welle der Hilfsbereitschaft”. Viele Anrufer bieten ihre Unterstützung an, schilderte sie der Redaktion.

Die Sozialstation ist am Sonntag noch bis noch bis 20 Uhr und ab Montag ab 7 Uhr telefonisch unter folgender Nummer erreichbar: 03987 700 633

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Kommentare (2)

da spielen sich irgendwelche [Entfernt.] auch noch rotzfrech als angebliche Angehörige auf. Ab in Knast mit solch Pack.

[Anm.d.Red.: Dieser Kommentar wurde aufgrund seines unangebrachten und pietätlosen Inhaltes gelöscht.]