SOZIAL ENGAGIERT

Templins Kaufhaus für Bedürftige läuft auf Sparflamme

Sozial Schwache sind beim Templiner Förderverein nach wie vor an der richtigen Adresse. Auch während der Pandemie. Allerdings hat der Verein Sorgen.
Valentina Hlinow (links) und Susanne Fürstenau haben zu Weihnachten Überraschungstüten für Kinder aus sozi
Valentina Hlinow (links) und Susanne Fürstenau haben zu Weihnachten Überraschungstüten für Kinder aus sozialschwachen Familien gepackt. Sigrid Werner
Templin ·

Das Kaufhaus für Bedürftige Am Markt 18 in Templin hat weiter für sozial Schwache geöffnet. Sie erhalten dort mit Nachweis des Hartz IV-Bezuges gebrauchte Bekleidung, aber auch Möbel, elektrische Geräte und Geschirr gegen einen geringen Obolus. „Allerdings haben wir coronabedingt die Öffnungszeiten von 8 bis 11 Uhr eingeschränkt und das Personal reduziert“, sagt Susanne Fürstenau, Vorsitzende des Fördervereins Hilfe gegen soziale Not Templin e. V. In dessen Regie läuft das Kaufhaus. „Insgesamt sind vier Leute im Einsatz, zwei im Kaufhaus, zwei sind mit unserem Auto unterwegs. Alles MAE-Beschäftigte, die arbeiten dürfen“, so die Vereinschefin. Auf diese Weise lassen sich die Hygieneregeln einhalten.

Aus Einnahmen Betriebskosten finanziert

Das, was im Kaufhaus angeboten wird, sind Spenden, die Menschen dort abgeben. Möbel werden vom Verein abgeholt. „Durch die Pandemie ist die Zahl dieser Spenden etwas zurückgegangen. Es kommen zurzeit verständlicherweise auch weniger Bedürftige zu uns.“ Für den Verein keine einfache Situation, denn aus den Einnahmen des Kaufhauses finanziert er die Betriebskosten für die Räume. Auch die Versicherung für den Transporter, den man für die Möbelabholung braucht, muss bezahlt werden. „Wir sind deshalb froh, dass wir Aufträge für Haushaltsauflösungen bekommen. Natürlich gelten dabei auch Hygieneauflagen. Unsere Leute tragen Maske und Handschuhe, achten auf den Mindestabstand von 1,50 Meter“, betont Susanne Fürstenau.

Ab März muss es wieder laufen

Dennoch wiegen die derzeitigen Einnahmen die grundsätzlichen finanziellen Verpflichtungen des Vereins nicht auf. Es gebe zwar auch für Vereine Corona-Hilfen, „aber dafür kommen wir nicht infrage“, so Susanne Fürstenau. Sie geht davon aus, „dass wir diese Situation durchstehen. Im Januar und Februar herrscht in der Regel immer eine kleine Flaute. Wenn es allerdings ab März nicht wieder wie gewohnt läuft, wird es kritisch.“

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