VISION

Tesla-Chef soll mit Uckermärker (89) die Welt retten

Viele Jahrzehnte lang hat Atomphysiker Dr. Pavel Imris geforscht. Kurz vor seinem 90. Geburtstag hat der Haßlebener eine Bitte an Visionär Elon Musk.
Dr. Pavel Imris aus Haßleben hat endlich Post vom Deutschen Patent- und Markenamt bekommen.
Dr. Pavel Imris aus Haßleben hat endlich Post vom Deutschen Patent- und Markenamt bekommen. Claudia Marsal
Im März 2018 fürchtete die Polizei, dass das Ehepaar Imris Opfer eines Anschlages werden sollte.
Im März 2018 fürchtete die Polizei, dass das Ehepaar Imris Opfer eines Anschlages werden sollte. Heiko Schulze
Ehefrau Karola stammt aus dem uckermärkischen Kuhz. Sie hat lange als Dolmetscherin in den USA gearbeitet und unterst&uum
Ehefrau Karola stammt aus dem uckermärkischen Kuhz. Sie hat lange als Dolmetscherin in den USA gearbeitet und unterstützt ihren prominenten Mann, wo sie kann. Claudia Marsal
Haßleben.

Dr. Pavel Imris hat nicht mehr ewig Zeit, um sich seinen Lebenstraum zu erfüllen. Im nächsten Jahr wird der gebürtige Tscheche 90. Nach einem komplizierten Oberschenkelhalsbruch und einem Schlaganfall ahnt der Atomphysiker, dass er sich beeilen muss, wenn er die Verwirklichung seiner Baupläne noch bei relativ guter Gesundheit miterleben will. Der seit 17 Jahren in Haßleben beheimatete Pensionär träumt davon, „dass die größte Entdeckung meiner wissenschaftlichen Karriere mit einem Patent versehen und in die Praxis umgesetzt wird.”

Seit 1969 liegt die Idee für einen elektrischen Generator, quasi ein Perpetuum mobile, der seiner Meinung nach die Welt retten könnte, in seinem Tresor. In diesem Jahr bekam er endlich Post vom Deutschen Patent- und Markenamt aus Berlin. Die so genannte Offenlegungsschrift hütet er seitdem wie seinen Augapfel. Darüber informiert habe er aber Elon Musk, der in Grünheide bei Berlin aktuell das Tesla-Werk errichtet, erzählt Ehefrau Karola Imris.

Amerikanischer Visionär

Ihr Mann sei überzeugt, dass nur der amerikanische Visionär seine geniale Idee erkennen könne und bei der Umsetzung helfen werde. „Wenn die Menschen nicht mehr Unsummen für Energie ausgeben müssten, sondern diese fast kostenlos zur Verfügung gestelllt bekämen, würde es friedlicher zugehen. Und gerechter. Die Ära der Superreichen und -armen wäre dann nämlich vorbei”, ist der Akademiker überzeugt. Ihn treibt dabei nicht nur Humanismus an. „Nein, ich fühle mich auch verantwortlich für unsere Mutter Erde. Wir müssen endlich aufhören, unseren Planeten so gnadenlos auszubeuten. Das geht nicht mehr länger gut”, manifestiert der Vater eines erwachsenen Sohnes.

Der Atomphysiker hatte einst in seiner Heimat eine beispiellose wissenschaftliche Karriere hingelegt. Über zehn Jahre betrieb er Forschungen zu Brennstoffmaterialien für Atomreaktoren. „Meine wissenschaftlichen Publikationen gingen um die Welt.“ 1963 geriet er wegen seiner politischen Ansichten allerdings in Schwierigkeiten. 1965 sah er keinen anderen Ausweg mehr, als das Land zu verlassen. Im November 1966 ging Dr. Pavel Imris in die USA. „Die Amis hatten erkannt, wie wertvoll mein Wissen ist.“

USA verlassen

An die folgenden Jahrzehnte denkt er trotzdem mit gemischten Gefühlen zurück. Die wissenschaftliche Arbeit in den USA habe ihn nicht befriedigt, resümiert der Forscher. „Ich war ein anderes Niveau gewohnt.“ Zu diesem Zeitpunkt trat seine spätere Frau, die aus dem uckermärkischen Kuhz stammte und in den USA als Dolmetscherin gearbeitet hatte, in sein Leben. Die Wiedervereinigung Deutschlands ermutigte sie später, die USA zu verlassen. 1990 gab Pavel Imris seinen US-Pass zurück.

Seit 17 Jahren lebt das Paar in der Uckermark. Recht zurückgezogen, nur ein einziges Mal sorgte die Familie für Aufsehen. Im März 2018 hatten die beiden befürchtet, Opfer eines Anschlags mit giftigen Substanzen geworden zu sein. Über die daraufhin ausgelöste Mega-Polizeeiaktion spricht man in Haßleben bis heute. Dr. Pavel Imris wäre es lieber, wenn „meine bahnbrechende Entdeckung des elektrischen Generators der Grund dafür ist.” Dann wäre sein Lebenswerk erfüllt.

 

 

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