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Ein Kampfflugzeug vom Typ „Tornado”, hier ein Symbolbild, hat am Montag mit seinem Tiefflug über Templin für Aufregung gesorgt. Carsten Rehder
Flugmanöver

Tiefflieger über Templin: „Ich dachte, der stürzt ab“

Ein Kampfjet donnerte am Montag über die Stadt. Eine Templinerin findet solche Manöver nicht richtig.
Templin

Sylvia Schubert gehörte am Montag zu den Templinern, die ihr Entsetzen über das Tiefflugmanöver einer Militärmaschine über der Stadt zum Ausdruck brachten. Sie befand sich mit ihrem elfjährigen Enkelsohn am Nachmittag auf der Terrasse und hatte das Geschehen verfolgt. „Der Flieger kam steil herunter und donnerte dann über Templin hinweg. Ich habe geschrien, weil ich dachte, er stürzt ab“, schilderte sie ihr Erlebnis. Gefühlt sei der Düsenjäger keine 100 Meter über dem Boden geflogen. „Mein Enkel hat die ganzen Zeichen erkennen können.“ Die Templinerin findet es nicht richtig, dass Militärmaschinen über der Stadt solche Manöver fliegen.

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Bei dem Tiefflieger handelte es sich um ein Kampfflugzeug der Bundeswehr vom Typ Tornado vom Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ in Schleswig, informierte Oberleutnant Kai M. Stobbe. Das habe die Auswertung der Radardaten vom Montagnachmittag ergeben, so der Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr. „Das Luftfahrzeug überflog Templin im Rahmen der Tiefflugausbildung in nordwestliche Richtung. Die geringste Flughöhe des Luftfahrzeugs betrug 640 Fuß – das sind circa 195 Meter – über Grund“, ergänzte er.

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Auf welcher „Mission“ der Tornado unterwegs war, konnte der Sprecher nicht sagen. „Die Planungen für die Vorgänge im Rahmen von Übungsflügen oder sonstigen Flugbewegungen obliegen den fliegenden Verbänden“, erläuterte er. Grundsätzlich sei militärischer Flugbetrieb über dem gesamten Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zulässig. Die dabei einzuhaltende Tiefflugmindesthöhe für Kampfflugzeuge betrage dabei 1000 Fuß (circa 300 m) über Grund. „Nach vorheriger Anmeldung darf diese in wenigen – aber unverzichtbaren – festgelegten Ausnahmen auf 500 Fuß (circa 150 m) über Grund reduziert werden“, so Mai M. Stobbe. Ausgenommen von Tiefflügen seien Großstädte mit über 100.000 Einwohnern, Flugplatzkontrollzonen, Kernkraftwerke sowie bestimmte Industrieanlagen. „Nach den uns vorliegenden Daten fand der Flug regelkonform gemäß der Tieffluganmeldung statt“, erklärte er zu dem Tiefflugmanöver über Templin.

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