KRANKES TIER

Tierfreund in der Uckermark versucht, Kater zu retten

Ein Albtraum für jeden Tierhalter: Das eigene Haustier wird am Wochenende krank, aber keiner der Bereitschaftsärzte zeigt eine Reaktion.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Christian Schulz hat Angst um seinen Kater Felix. Wenn es ihm nicht bald besser geht, muss er ihn einschläfern lassen.
Christian Schulz hat Angst um seinen Kater Felix. Wenn es ihm nicht bald besser geht, muss er ihn einschläfern lassen. Ines Markgraf
Prenzlau.

Felix, dem jungen, gerade einmal fünf Monate alten Kater von Christian Schulz aus Groß Sperrenwalde (Gemeinde Nordwestuckermark), geht es gar nicht gut. Seit gut einer Woche hat er nicht mehr gefressen. Schon seit Anfang Januar ist das Tier erkrankt. Eine Wurmkur-Behandlung hatte zunächst etwas geholfen, doch nur vorübergehend. Der Bauch des Katers ist sichtbar aufgebläht. Das Tier hat Probleme mit der Verdauung. Was er in sich aufnimmt, will den Körper nicht mehr verlassen. Am vergangenen Wochenende spitzte sich die Situation noch einmal zu.

Christian Schulz hat deshalb versucht, einen Termin bei einem der Bereitschaftsärzte in seiner Region zu bekommen. Leider vergeblich, eine Odyssee für den Tierhalter. Erst, als er sich an das Gesundheitsamt des Landkreises wandte, konnte ihm weitergeholfen werden. Er wurde an eine Tierpraxis in Potzlow vermittelt, die eine Notrufnummer bereithält. So konnte der Kater dann doch noch zeitnah behandelt werden. Ob er die nächsten Tage überlebt, ist dennoch weiter ungewiss. Wenn es nicht bald besser wird, muss das Tier eingeschläfert werden.

Verlust wäre hart für Familie

„Wir geben die Hoffnung nicht auf“, sagte Christian Schulz. Er versucht, dem Kater, so gut es geht, selbst zu helfen, massiert dessen runden Bauch. Mit der Fütterung von fettfreier Milch und Leinöl soll die Verstopfung gelöst werden. Der junge Kater ist ein Liebling auch seiner beiden Kinder, erzählte der alleinerziehende Vater, „weil er so verschmust ist“. Der Verlust würde die Familie schmerzlich treffen.

Gerade seiner älteren Tochter gehe die Erkrankung des Hauskaters sehr nahe. Auf der Fahrt zum Tierarzt am Sonntag habe sie die ganze Zeit geweint, berichtete der 47-Jährige. Bis diese Fahrt zum Arzt überhaupt möglich wurde, hatte die Familie Schulz am Wochenende schon eine kleine Odyssee rund um ihren Hauskater durchgemacht.

Tierarzt reagiert ausweichend

Der erste Bereitschaftsarzt, den er wegen des kranken Katers angerufen hatte, habe ausweichend reagiert, berichtete Schulz. Er kenne den Kater nicht, habe ihn noch nie gesehen, hieß es vonseiten des Arztes in dem kurzen Gespräch.

Der zweite Bereitschaftsarzt, den Schulz daraufhin versucht hatte zu erreichen, ging erst gar nicht an das Telefon, erzählte er. Eine andere Ärztin habe zwar abgenommen, aber darauf verwiesen, dass sie selbst keine Bereitschaft habe. Im Hintergrund warteten der Leidensblick des kranken Katers und die beiden Kinder, die über dessen Verfassung wehklagten. Vor einigen Jahren hatte Schulz eine ähnliche Situation schon einmal mit seinem Haushund erlebt.

Leid vieler Tierbesitzer

„Wenn du ein krankes Tier hast und keiner hilft dir, dann ist das sehr schade“, meinte Christian Schulz und spricht damit wohl vielen Tierbesitzern aus dem Herzen. In seiner Verzweiflung wählte der 47-Jährige schließlich die Nummer des Amtstierarztes. Dort wurde ihm eine Praxis in Potzlow empfohlen.

Die Tierarztpraxis nahm ab. Ein Termin wurde vereinbart. Der Kater habe Spritzen erhalten, einen Einlauf und Medikamente, berichtete Schulz. Das ärztliche Personal war „sehr nett“. Auch das fehlende Bargeld habe keine Rolle gespielt. Die Arztpraxis habe eine Rechnung für die Behandlung gestellt, so Schulz.

Notfallnummern fürs Wochenende

„Für unsere Kunden sind wir immer erreichbar“, sagte Tierarzt Dr. Nils Brand. Die Praxis habe hierfür eine eigene Notfallnummer, die auch am Wochenende erreichbar sei. Dass Christian Schulz am Sonntag kurzfristig einen Termin bekommen hatte, sei möglich gewesen, weil die Tierarztpraxis in dieser Woche mit an den Notdienst gekoppelt war.

Die Nummern für die bereitschaftlichen Tierärzte sind sowohl im Uckermark Kurier als auch auf der Internetseite des Landkreises Uckermark zu finden, erläuterte Dr. Dieter Saß, stellvertretender Amtstierarzt im Kreis Uckermark. Es gebe verschiedene Gründe, warum ein praktischer Bereitschaftsarzt nicht an sein Telefon gehe, allen voran etwa, weil er selbst im Einsatz ist, machte Saß deutlich. Es bestehe keine Pflicht für den Rückruf. „Die Initiative bleibt bei demjenigen, der Hilfe sucht.“

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