Seit gut drei Wochen verfügen die Aktiven der Tierrettung Uckermark über ein Einsatzfahrzeug, dessen Anschaffung Mit
Seit gut drei Wochen verfügen die Aktiven der Tierrettung Uckermark über ein Einsatzfahrzeug, dessen Anschaffung Mitbegründer Pascal Neumann zum größten Teil finanziert hat. Horst Skoupy
Helfer mobil

Tierretter der Uckermark haben nun eigenen Transporter

Junge Leute in der Uckermark haben es sich zur Aufgabe gemacht, Tieren in Not zu helfen. Was ihnen bislang noch fehlte, war ein Fahrzeug.
Templin

Der Transporter fällt auf im Straßenverkehr. Tierrettung Uckermark steht in großen Lettern auf dem auffällig beschrifteten VW. Seit gut drei Wochen sind die ehrenamtlichen Tierretter mit dem Fahrzeug unterwegs und haben sich damit den Traum von einem eigenen Einsatzfahrzeug erfüllt. Junge Leute aus Templin, Prenzlau, Schwedt und selbst aus Pasewalk sind seit diesem Jahr aktiv, um in Not geratenen Wild-, Haus- und Nutztieren zu helfen, haben dafür eine Notrufnummer eingerichtet, die sieben Tage in der Woche rund um die Uhr geschaltet ist, der Uckermark Kurier berichtete.

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Wie viel Enthusiasmus hinter der Idee steckt, wird einmal mehr in der Anschaffung des Transporters deutlich. „Wir finanzieren uns zu 100 Prozent selbst, müssen bislang ohne Fördermittel auskommen und erhalten keine Zuschüsse aus Kommunen, was eigentlich schön wäre“, informierte Pascal Neumann. Und so hat der Mitbegründer des Vereins tief in die eigene Geldbörse gegriffen, um den Kauf des Transporters aus dem Jahr 2005 zum größten Teil zu finanzieren.

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Die Anschaffung hat sich gelohnt. „Wir haben jetzt das Nötigste für unsere Einsätze an Bord“, sagte Pascal Neumann. Transportboxen für Tiere gehören genauso dazu wie die Ausrüstung zur Rettung aus Höhen und Tiefen, das Chiplesegerät, Maulkörbe in verschiedenen Größen, ein Fangköcher mit Teleskopstab, bissfeste Handschuhe oder auch medizinische Ausrüstung zur Erstversorgung. Noch sind ein paar Wünsche offen. So soll auf das Dach noch ein Balken mit Warnlichtern, denn oft genug sind sie auf öffentlichen Straßen im Einsatz. Auch ein Tisch soll noch eingebaut werden, auf dem Tiere untersucht, auf dem aber auch Protokolle und Rechnungen geschrieben werden können. Apropos Rechnungen. Ihre Tätigkeit als Tierretter üben alle ausnahmslos ehrenamtlich und unentgeltlich aus. Kostenlos sind ihre Einsätze aber nicht. Das hat so mancher, der die Notrufnummer der Tierretter gewählt hatte, mit Ernüchterung zur Kenntnis nehmen müssen. Denn selbst, wenn Anrufer sie zu Wildtieren in Not rufen, stellen die Vereinsmitglieder diesen eine Pauschale von 10 Euro je 30 Kilometer in Rechnung. Pascal Neumann macht keinen Hehl daraus, dass die Liebe zum Tier der Anrufer schon ganz schön groß sein muss, um den Einsatz dennoch zu bezahlen.

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„Wir haben bislang rund 100 Anrufe bekommen, aus denen circa 40 Einsätze entstanden. Lediglich eine Person hatte nach seinem Anruf von einem Einsatz Abstand genommen. Sie haben wir aber weiter vermitteln können“, so der Vereinschef.

Er versicherte aber auch, dass viele der Uckermärker, die die Hilfe der Tierretter in Anspruch genommen haben, ihnen dankbar waren, wenn sie zuvor vergeblich versucht hatten, Tierärzte zu ihren verletzten Haustieren zu rufen. Letztlich würden die Einnahmen aus den Rechnungen lediglich dazu dienen, die Kosten, die bei Tierärzten entstehen, oder für Kraftstoff zu decken. Neben den Beiträgen der sieben Aktiven und neun passiven Mitglieder sowie Geldspenden von durchschnittlich 100 Euro im Monat sind die Einnahmen aus den Rechnungen die einzigen Finanzierungsquellen des Vereins Tierrettung Uckermark e. V., informierte der Vereinschef.

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