In den Poldern der Oder verenden immer wieder Rehe, weil sie wegen des Schutzzauns gegen die Afrikanische Schweinepest nicht f
In den Poldern der Oder verenden immer wieder Rehe, weil sie wegen des Schutzzauns gegen die Afrikanische Schweinepest nicht fliehen können. Archiv Nk
Zaun an Oder

Tierschützer werfen Ministerin Untätigkeit bei Tierelend vor

Entlang der Oder ertrinken Wildtiere, die wegen des ASP-Zauns nicht vor dem Wasser flüchten können. Tierfreunde fordern nun rasches Handeln.
Prenzlau

Seit Wochen kommt es entlang der Polder an der Oder immer wieder zu tragischen Vorfällen mit Wildtieren. Besonders Rehe scheitern häufig daran, überflutete Flächen verlassen zu können, weil sie der Schutzzaun gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) daran hindert. Die Folge sind verletzte Wildtiere, die nicht selten sogar elendig ertrinken.

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Doch Proteste von Tierfreunden haben an der Situation bisher nichts geändert. Vor diesem Hintergrund schlagen Tierschützer nun Alarm und werfen der in Brandenburg zuständigen Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) Untätigkeit vor. In einer Pressemitteilung des Tierschutzbundes vom Dienstag heißt es: „Bereits Anfang vergangener Woche hatten sich der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Brandenburg mit entsprechender Dringlichkeit an die zuständige Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher gewandt und sie gebeten, aktiv zu werden. Eine Reaktion auf das Schreiben blieb bisher aus“, klagen die Tierfreunde an.

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„Derweil scheinen der Landkreis, das ASP-Krisenzentrum und das zuständige Veterinäramt die Öffentlichkeit mit fadenscheinigen Erklärungen zu beschwichtigen oder die Problematik zu ignorieren. Anders als vom zuständigen Veterinäramt dargestellt können Rehe den Zaun nicht überspringen, wenn das Wasser einen Meter hoch steht. Hasen, die nach Aussage des Amtes unter dem Zaun hindurch könnten, müssten dafür tauchen“, erklären die Tierschützer.

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Der Tierschutzbund fordert nun von den Behörden, leidende Tiere durch Kontrollgänge aus misslichen Situationen zu befreien und große Durchlässe im ASP-Zaun zu schaffen, die von Wildtieren wie Rehen erkennbar und nutzbar sind. Langfristig sei eine Versetzung des Zauns gegen die Afrikanische Schweinepest nötig, so der Tierschutzbund.

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