ERFOLGREICHE VERHANDLUNGEN

Träger für Hospiz in der Uckermark gefunden

Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin will die Palliativmediziner unterstützen. Doch die Sache hat einen Haken.
Ivonne Hackbarth Ivonne Hackbarth
Initiator Dr. Moritz Peill-Meininghaus und Architekturstudenten aus Hannover stellten im Februar im Ratssaal Angermünde ihre
Initiator Dr. Moritz Peill-Meininghaus und Architekturstudenten aus Hannover stellten im Februar im Ratssaal Angermünde ihre Entwürfe für ein stationäres Hospiz in Greiffenberg vor. privat
Prenzlau.

Seit 2016 entwickelt sich um den Palliativmediziner Dr. Moritz Peill-Meininghaus ein Netzwerk aus Menschen, die sich das Ziel gesetzt haben, das erste stationäre Hospiz in der Uckermark zu gründen. Als Standort wurde von den Initiatoren das Gelände des Gemeinde- und Pfarrhauses im Angermünder Ortsteil Greiffenberg vorgesehen. Jetzt ist das Projekt einen Schritt weiter: Für das Hospiz wurde mit dem Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin ein Träger gefunden. Einziger Wermutstropfen: Der erhoffte Standort erfüllt nicht die Kriterien, die es für eine solche Einrichtung benötigt.

Freude und Enttäuschung halten sich beim Initiator die Waage. Einerseits ist der Mediziner vom Helios Klinikum Berlin Buch stolz darauf, das erste stationäre Hospiz in der Uckermark initiiert zu haben. Nach einer langen und intensiven Suche habe man den bestmöglichen Träger für ein weiteres Hospiz in Brandenburg gewinnen und für die Uckermark begeistern und binden können, betonte Peill-Meininghaus. „Der Standort Greiffenberg wurde letztendlich von dem Träger jedoch nicht ausgewählt”, zeigte er sich enttäuscht.

Welchen Standort in der Uckermark das Diakonissenhaus favorisiert, ist noch nicht bekannt.

 

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Kommentare (1)

Daran darf man berechtigt zweifeln.

Kirchliche Träger haben schon öfter bewiesen, dass sie nicht bereit sind, Patientenverfügungen zu erfüllen, wenn sie "christlichen Werten" widersprechen. So wird einem schwer kranken Patienten schon mal der klar verfügte Sterbewunsch verweigert. Erst, nachdem der Sohn den Kranken in ein öffentliches Krankenhaus verlegen lies, konnte der endlich erfüllt werden. Eine Situation, die wohl niemand seinen Lieben zumuten möchte.
Ein nichtkonfessioneller Träger wäre wohl schon deshalb immer die bessere Wahl.

Man darf aber auch berechtigt am Sinn stationärer Hospize zweifeln. Zwar werden die zu 95% vom Staat gefördert, kommen aber nur für ganz wenige Menschen in Frage. "Das Problem der Palliativ- und Hospizversorgung ist, dass sie in Deutschland traditionell fast nur Krebspatient_innen vorbehalten bleibt und darunter auch nur den wenigen, die nicht mehr länger als einige Monate oder gar Wochen zu leben haben. Dazu gehört, dass Anspruch auf einen Platz im stationären Hospiz nur hat, wer bis zum Tod nicht bei sich zu Hause bleiben kann – Pflegeheimbewohner_innen sind ausgeschlossen, da sie bereits stationär versorgt sind. So handelt es sich um nur rund zwei Prozent aller Sterbenden in Deutschland, die im Hospiz sterben." .....
“Ein weiteres Argument gegen den Ausbau ist, das die Hospizgäste palliativmedizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzt_innen benötigen. Davon haben wir bereits absolut zu wenige. Die vorhandenen müssten dann auch noch die Versorgung in den neuen Hospizen übernehmen. Das halten wir für kaum machbar, zumal die ambulante Fallzahl in den onkologischen Praxen ebenfalls steigt.”

Es wäre viel wichtiger, Hospizleistungen in die Pflege zu bekommen. Stationäre Hospize drohen durch zum Geschäftsmodell für kommerzielle Anbieter zu werden.

https://www.patientenverfuegung.de/warnung-vor-immer-mehr-stationaeren-hospizen/