Ein Bild zur Erinnerung: Rainer Lebang, Sven Hierländer, Corina Villwock, Carsten und Roswitha Meding, Uwe Hempel (Templi
Ein Bild zur Erinnerung: Rainer Lebang, Sven Hierländer, Corina Villwock, Carsten und Roswitha Meding, Uwe Hempel (Templin), Andrea Lebang und Birgit Hempel (Templin – von links) verbanden die Überführung von Medings „neuem“ Trecker von Schleswig-Holstein über 350 Kilometer nach Petznick mit einem Treffen unter echten Freunden. Foto: Horst Skoupy Horst Skoupy
Mit großem Hallo wurden die Trecker-Piloten in Petznick begrüßt.
Mit großem Hallo wurden die Trecker-Piloten in Petznick begrüßt. Horst Skoupy
350 Kilometer Trecker-Tour

Trecker-Piloten rollen über 350 Kilometer in die Uckermark

Unter echten Freunden ist kein Weg zu weit. Das bewiesen zwei Paare aus Schleswig-Holstein ihrem Jagdfreund Carsten Meding.
Petznick

Manchmal wiederholt sich die Geschichte. So wollte es erneut der Zufall, dass Freunde von Carsten Meding aus Schleswig-Holstein dem Petznicker einen echten Freundschaftsdienst erwiesen. Sie vermittelten ihm nicht nur einen „neuen“ Trecker, sondern rollten damit auch über 350 Kilometer Landstraße bis vor die Haustür ihres Jagdfreundes. So, wie schon einmal vor nunmehr 18 Jahren.

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Doch der Reihe nach. Carsten Meding ist nicht nur Unternehmer und betreibt als solcher gemeinsam mit Mathias Schulze eine Tischlerei. Der Petznicker ist auch Jäger, sein Revier beginnt gleich hinterm Haus. Auf seinem Hof steht zudem ein kleines Sägegatter, mit dem er für seinen Eigenbedarf Bretter und Balken aus Baumstämmen sägen kann, erzählt er. Für all die Arbeiten, aber auch für das Anlegen von Wildäckern im Revier hat sich Carsten Meding auf den Sitz eines knapp 60 Jahre alten Deutz D  40 geschwungen. Wie dieser unentbehrliche Helfer nach Petznick kam, ist Teil eins jener Geschichte, die sich nunmehr wiederholt hat.

„Wir hatten gleich nach der Wende Kontakt zu Jagdfreunden in Schleswig-Holstein aufgenommen. Über die Jahre hinweg haben sich daraus echten Freundschaften zu mehreren Familien entwickelt. Wir haben sie besucht, sie uns, haben gemeinsam Urlaub gemacht und so manche Gelegenheiten zum Feiern genutzt“, berichtete der 64-Jährige. 2004 war es, als Carsten Meding bei einem dieser Besuche mehr oder weniger beiläufig erzählte, dass er für die Arbeit im Wald und auf dem Hof einen Trecker braucht. Die Freunde wussten Rat und konnten ihm einen 40 Jahre alten Deutz D 40 vermitteln. Mehr noch: Sein Freund Dieter Zornig wollte es sich nicht nehmen lassen, ihm die Zugmaschine nach Petznick zu bringen. Es war nicht das erste Mal, dass er die 350 Kilometer auf sich nahm. Schon 2001 war er mit seinem eigenen Deutz 806 in die Uckermark gekommen, um seinen Jagdfreunden beim Anlegen von Wildäckern behilflich zu sein, der Uckermark Kurier berichtete.

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Mittlerweile war Medings Trecker in die Jahre gekommen. „Er schaffte es nicht mehr, die größeren Stämme auf das Sägegatter zu hieven. Dafür war er zu schwach“, erzählte er. So verkaufte er ihn in gute Hände. Als der Petznicker zur Ausbildung seiner Jagdhündin Annie im April dieses Jahres nach Aukrug bei Neumünster fuhr, kam die Treckertour bei einer Grillrunde erneut zur Sprache. Von da an gleicht sich die Geschichte, denn auch in dieser Runde erwähnte er, dass er wieder mal auf der Suche nach einem neuen Trecker ist.

Dieses Mal war es Sven Hierländer, der wusste, wer einen guten gebrauchten Trecker verkauft. Der Kontakt war schnell hergestellt und nach kurzem Familienrat zwischen Carsten Meding und seiner Frau Roswitha stand der Entschluss zum Kauf fest. Und wieder waren es mit Corina Villwock, der Lebenspartnerin von Sven Hierländer, und Rainer Lebang zwei passionierte Traktorfans, die den Fendt Baujahr 1989 per Achse ihrer befreundeten Familie in Petznick bringen wollten. Aus Freude am Treckerfahren und Lust auf ein nicht alltägliches Abenteuer, wie Rainer Lebang erklärte. „Und zur Erinnerung an Dieter Zornig, der leider in diesem Jahr verstorben ist“, ergänzte Corina Villwock.

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Ihre Entscheidung haben die beiden Treckerpiloten nicht bereut. „Wir sind morgens um vier Uhr aufgebrochen und in einen wunderbaren Morgen hineingefahren“, schwärmte Corina Villwock. Ihre Fahrt führte sie über Landstraßen nach Bad Segeberg, Bad Oldesloe und weiter nach Ratzeburg. „Eine dreiviertel Stunde sind wir durch Schwerin gefahren“, so die Hobbytraktoristin. „Und ich habe Corina die Altstadt von Malchow gezeigt. Meine Mutter stammt von da“, erzählte Rainer Lebang.

Ab dort hatte sich übrigens seine Vorfreude auf ein Wiedersehen mit seinen Freunden eingestellt. Über Mirow, Fürstenberg, Lychen ging es schließlich nach Templin und Petznick. Ganze zwölf Stunden haben sie, einschließlich Pausen, für die Strecke gebraucht. „Wenn man mit 35 Kilometern pro Stunde ganz entspannt unterwegs ist, sieht man erst, wie schön Deutschland doch ist“, schwärmte Corina Villwock über die Tour. Für dieses Erlebnis sind sie und Rainer Lebahn ihrem gemeinsamen Freund Carsten Meding sehr dankbar.

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