Ralf Riesenberg, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Gasbohren Zehdenick-Templin-Gransee, ist vorsichtig optimistisch, da
Ralf Riesenberg, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Gasbohren Zehdenick-Templin-Gransee, ist vorsichtig optimistisch, dass die Pläne der Firma Jasper Resources, bei Zehdenick nach Erdgas zu bohren, vorerst vom Tisch sind. Soeren Stache
Protest

Trotz Bohrstopp in Zehdenick bleibt Bürgerinitiative am Ball

Die Suche nach Erdgas in der Havelstadt ist vorerst gestoppt. Das hält Gegner des Vorhabens nicht davon ab, die Entwicklung weiterzuverfolgen.
Zehdenick

Die Erdgasuntersuchungen der Firma Jasper Resources bei Zehdenick scheinen vom Tisch zu sein. Das brandenburgische Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe hatte schon am 10. November das Unternehmen informiert, dass die Aufsuchungserlaubnis des Unternehmens wegen unzureichend eingereichter Unterlagen erloschen ist, der Uckermark Kurier berichtete. Insofern fällt die Bilanz der Bürgerinitiative Gegen Gasbohren Zehdenick-Templin-Gransee, die seit 2019 den Widerstand gegen die Abbaupläne organisiert, für dieses Jahr positiv aus: Ziel erreicht, auch wenn die Pläne durch eine Landesbehörde zu Fall gebracht wurden. „Durch den geduldigen, aber konsequenten und hartnäckigen Protest der betroffenen Bürger gegen das Vorhaben scheint die weitere Suche nach Erdgas vorerst gestoppt zu sein“, ist sich Ralf Riesenberg sicher, dass der Widerstand der Bürgerinitiative sowie all die vielen Sympathisanten und Unterstützer ihren Anteil an der Entscheidung haben. Der Zehdenicker gehört gemeinsam mit Michael Resnitschek und Kyra Maralt zum Sprecherrat der Bürgerinitiative.

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Ob das Vorhaben jetzt damit endgültig vom Tisch ist, werde sich zeigen. „Wir wagen es zu glauben“, äußerte er sich vorsichtig optimistisch. Als Kenner der Materie, die die Beschäftigung mit allen seinen Zusammenhängen über zwei Jahre mit sich bringt, vermag sich Ralf Riesenberg nicht vorzustellen, dass Jasper Resources die bislang noch fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung in Angriff nimmt. Hoffnung setzt er zudem in die neue Bundesregierung, von der er annimmt, dass sie den Abbau fossiler Brennstoffe kritisch hinterfragt. Und nicht zuletzt habe das Unternehmen selbst neue Fakten geschaffen, indem es sein Büro in Zehdenick aufgegeben hat und laut einem Schreiben des Amtsgerichtes Neuruppin vom 6.  Dezember sich der Sitz des Unternehmens nunmehr in Oranienburg befindet.

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Trotz alledem wolle die Bürgerinitiative wachsam bleiben und die weitere Entwicklung genau verfolgen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Jasper Resources im Interview mit einem Radiosender erklärte, dass es prüfen will, ob die Entscheidung des Landesbergbauamtes juristisch angefochten werden kann. „Wir sind während der vergangenen zwei Jahre schon ein paar Mal negativ überrascht worden. Und wir wissen nicht, wie Gerichte möglicherweise entscheiden“, sagte Riesenberg. Doch der zumindest vorläufige „Stopp“ sei das positive Zwischenergebnis einer gemeinsamen Haltung aller Mitstreiter in den Landkreisen Oberhavel und Uckermark. „Wir möchten uns daher bei allen kommunalen Amtsträgern, den Kreistagsmitgliedern beziehungsweise Stadtverordneten, Unternehmen, Vereinen, Bürgern und insbesondere den Spendern bedanken, die unsere jahrelange Arbeit unterstützt haben.“

 

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