KARTOFFELFEST

Uckermärker Gutsbesitzer lässt es richtig krachen

Einmal im Jahr hält Klaus Volckens in Baumgarten Hof. Dann tummeln sich über 5000 Gäste bei ihm. Dafür steigt er sogar ins Rampenlicht.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Ohne die Wiedervereinigung wäre der in Schleswig-Holstein beheimatete Klaus Volckens wohl nie als Arbeitgeber in die Ucke
Ohne die Wiedervereinigung wäre der in Schleswig-Holstein beheimatete Klaus Volckens wohl nie als Arbeitgeber in die Uckermark gekommen. Heute besitzt er hier viel Land. Claudia Marsal
Baumgarten.

Dass Klaus Volckens einmal einen Großbetrieb im „Osten” führen wird, hätte er vor der Wende nicht für möglich gehalten. Der 58-Jährige war mit seinem Obstgut Mariashagen bei Lübeck voll ausgelastet. Dort lebt er bis heute – mit seiner Frau und den drei Kindern. Das Paar hat zwei Töchter (13 und 23) sowie einen Sohn (21). Die beiden Ältesten stecken bereits in Landwirtschaftsstudium beziehungsweise -lehre. Es gilt schließlich, die bäuerliche Tradition der Familie fortzusetzen. „Mein Vater kam als junger Major schwer verwundet aus dem Krieg und übernahm Mariashagen. Nach seinem Tode 1966 hat meine Mutter den Betrieb mit Weitblick weitergeführt. Durch Landverkäufe an das damalige Legoland, das Panoramic Hotel und das Ferienparkgelände in Sierksdorf war sie maßgeblich an der Tourismusentwicklung in der Region beteiligt“, berichtet der Holsteiner voller Stolz.

Zunächst 700 Hektar gekauft

Mitte der 1990er wurden dann aber die neuen Bundesländer interessant für ihn. „Durch die Wiedervereinigung und geschicktes Handeln wurde es 1995 möglich, in der Uckermark Land zu kaufen“, erinnert sich Klaus Volckens zurück. Der Landwirt entschied sich damals für das Gut Baumgarten vor den Toren der Kreisstadt. Er startete mit einem Eigentumsanteil von über 700 Hektar. Mittlerweile bewirtschaftet Klaus Volckens mit fünf Mitarbeitern dort circa 1300 Hektar Ackerfläche. Rund um Baumgarten gedeiht alles, was das landwirtschaftliche Portfolio der Region so hergibt, seit Kurzem sogar Dinkel. Nur vom Kartoffelanbau, der dem Gut einst seinen Namen gab, hat sich der Landwirt im vergangenen Jahr verabschiedet.

Ab jetzt in Drense

Dieser Zweig ist jetzt ein paar Kilometer weiter bei Familie Wege in Drense zu finden, welche neben der Technik auch die damit betrauten Angestellten übernommen hat. Klaus Volckens sieht nur alle zwei Wochen in der Uckermark nach dem Rechten, wie er sagt. Dank seines zuverlässigen und gut vernetzten Verwalters reiche das vollkommen aus, setzt er zufrieden hinzu. Alles Wichtige lasse sich auch per Telefon oder Internet regeln. Deshalb komme er oft nur spontan und unangemeldet vorbei, setzt Klaus Volckens spitzbübisch grinsend hinzu. Nur am letzten Wochenende im September sei stets zu 100 Prozent mit seinem Erscheinen zu rechnen, ergänzt der passionierte Jäger, der lange Zeit in England gelebt hat. Immer wenn auf dem Gut Kartoffelfest gefeiert wird, ist sein Kommen Gesetz.

Zusammen mit den Landfrauen

Diesmal fällt die Veranstaltung auf den 28. September. Beginnend mit einem Erntedankgottesdienst lädt Klaus Volckens gemeinsam mit dem Landfrauenverein Uckermark zum nunmehr 19. Kartoffelfest ein. Neben einem Bauernmarkt gibt es dazu auch ein buntes Veranstaltungsprogramm. Die Liebhaber alter Technik und Maschinen freuen sich bereits auf den Oldtimer-Traktor-Treff. „Wie auch auf dem Obstgut Mariashagen sind wir bestrebt, unseren Gästen immer etwas Neues und Interessantes zu bieten. Auch wenn wir seit 2018 keine Kartoffeln mehr anbauen, möchten wir dieses schöne Hoffest weiterhin veranstalten. Hier treffen sich Familien und Freunde aus ganz Brandenburg und Umgebung, somit rechnen wir abermals mit über 5000 Gästen.“

Einmal im Rampenlicht

Zur Feier des Tages macht Klaus Volckens dann das, was ihm eigentlich gar nicht liegt – er begibt sich ins Rampenlicht. Obwohl er kein guter Witzeerzähler sei, mache ihm das Spaß, gesteht er schmunzelnd ein. Stammgäste werden sicher bestätigen, dass er es mit seiner Situationskomik bereits zu beachtlichem Ruhm gebracht hat. Vor allem das Plattsnacken des „Moderators“ gefällt den Besuchern jedes Mal aufs Neue. Ein Höhepunkt dürfte 2019 die große Tombola sein. Über 50 Preise gibt es zu gewinnen. „Es ist nichts Riesengroßes, Sauteures dabei“, schränkt der Gutsbesitzer ein: „Aber ich weiß, dass die Leute hier – anders als in meiner Heimat – nicht zu murren beginnen, sondern sich am schönen Fest und den kleinen Preisen erfreuen.“ Das sei einer der großen Unterschiede zu den alten Bundesländern...

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