Emil weiß, wie sehr Kaltblut Nick eine Abkühlung an heißen Tagen mag.
Emil weiß, wie sehr Kaltblut Nick eine Abkühlung an heißen Tagen mag. Michaela Kumkar
Tierschutz

Uckermärker Kaltblüter genießen erfrischende Dusche

Die Temperaturen sollen nach einem angenehmen Wochenende wieder nach oben gehen. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere haben mit der Hitze zu tun. Dann gelten besondere Regeln.
Friedenfelde

Kaltblut Nick hat sich schon in Positur gebracht. Das Pferd weiß, was jetzt kommt. Ferienkind Emil hat einen Schlauch in der Hand und das Wasser angestellt. Der sanfte Riese genießt die erfrischende Dusche. Und Emil hat genau aufgepasst, an welche Stelle er das Wasser spritzen muss, damit es Nick guttut. Der Junge macht mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern Ferien in der Uckermark. Zum dritten Mal ist die Familie aus Magdeburg auf dem Hof von „Liesje Trecking“ zu Gast. Auch in diesem Jahr haben sie eine Tour mit dem Planwagen gebucht.

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Das ist das Kerngeschäft von Nadin Halser. „Wir vermieten die Planwagen, die wie Wohnmobile ausgestattet sind, für vier Tage. In der Hauptsaison für eine Woche. Für die Gäste werden individuelle Touren zusammengestellt. Sie reisen an und bekommen erst einmal eine genaue Unterweisung im Umgang mit Pferd und Wagen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, lässt die Chefin von „Liesje Trecking“ wissen. Für die Übernachtung stehen den Planwagenreisenden 18   ausgewiesene Plätze von Temmen bis nach Röpersdorf zur Verfügung.

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Die große Hitze in der vergangenen Woche, die laut Wettervorhersage auch an diesem Montag zu erwarten ist, sorgt dafür, dass nicht alles wie sonst läuft. „Arbeiten müssen unsere Kaltblüter schon, aber bei solchen Temperaturen gibt es besondere Regeln, um die Tiere zu schützen“, so Nadin Halser. Für die Sommermonate gelte von 12 bis 16 Uhr ohnehin, dass nicht gefahren werde. „Am vergangenen Dienstag und Mittwoch, als es besonders heiß war, gab es ein Fahrstopp für alle. Tagestouren mit der Kutsche wurden abgesagt.“ Solche Festlegungen sind Bestandteil des Vertrages, den die Gäste vor Antritt der Tour unterschreiben. „Ob sich alle daran halten, wird kontrolliert“, betont die Chefin von „Liesje Trecking“. Durch sie selbst, aber auch durch das Veterinäramt.

Mit der Behörde sei man grundsätzlich in engem Kontakt und gehe ebenso Hinweisen aus der Bevölkerung nach. „Die meisten Gäste denken an die Regeln. Erfahrungsgemäß tanzen drei pro Jahr aus der Reihe.“ In solchen Fällen erteilt Nadine Halser eine Abmahnung. Und auch das gehört zum Programm an heißen Tagen: Bevor die Tiere eingespannt werden, gibt es Abkühlung aus dem Wasserschlauch. Sie erklärt, dass Pferden der heftige Wechsel bei den Temperaturen besonders zu schaffen mache. „Ist es kühler, dann reagieren sie darauf und schieben Fell nach. Setzt unmittelbar danach große Hitze ein, ist das natürlich nicht angenehm.“ Hinzukomme, dass dann wahnsinnig viele Insekten unterwegs sind. „Da muss man gegensteuern. Wir setzen Bio-Mittel als Insektenschutz ein.“

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