KLINGENDES ZEICHEN

Uckermärker Kirchenglocken läuten für Corona-Opfer

In den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland wird am 18. April der Pandemie-Toten gedacht.
Am Sonntag werden auch die drei Glocken der Lychener St. Johanneskirche zum Gedenken an die Verstorbenen der Corona-Pandemie l
Am Sonntag werden auch die drei Glocken der Lychener St. Johanneskirche zum Gedenken an die Verstorbenen der Corona-Pandemie läuten. Michaela Kumkar
Templin ·

Am kommenden Sonntag, dem 18. April, werden in vielen Kirchengemeinden um 15 Uhr die Glocken läuten. Sie folgen damit einem Aufruf des Evangelischen Kirchenkreises Oberes Havelland, der an dem Tag mit dem Glockengeläut und einer Schweigeminute der Opfer der Corona-Pandemie gedenken möchte. Auf diese Weise wolle die Evangelische Kirche ein Zeichen des Mitgefühls für die Angehörigen sowie der Hoffnung zum Ausdruck bringen, sagte Superintendent Uwe Simon.

Mehr lesen: Steinmeier regt Gedenkfeier für Corona-Opfer an

Der Kirchenkreis schließt sich damit einem Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an. In einem Staatsakt in Berlin soll am 18. April all jener Menschen gedacht werden, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie in Einsamkeit gestorben sind, ohne dass sich ihre Angehörigen in Würde von ihnen verabschieden konnten. Laut Meldung des Robert Koch-Institutes (RKI) vom Donnerstag sind seit Beginn der Pandemie in Deutschland 79.381 Menschen an oder mit COVID-19 gestorben.

Zustimmung erhalten

„Wir folgen dem Aufruf gern, denn die Begleitung von Trauernden, die einen Angehörigen verloren haben, liegt uns am Herzen“, sagte Uwe Simon. In solchen Situationen Trost und Hoffnung zu spenden, sei ein ureigenes Thema der Kirche. Der Evangelische Kirchenkreis Oberes Havelland hatte seine Kirchengemeinden gebeten, sich dem Gedenken anzuschließen. „Wir haben aus den Kirchengemeinden dazu nur Zustimmung erhalten“, sagte der Superintendent. Er geht deshalb davon aus, dass überall in den Orten am Sonntag um 15 Uhr die Kirchenglocken läuten werden. Auch die Online-Andacht, die am 18. April ab 9 Uhr abgerufen werden kann, wird sich mit dem Thema beschäftigen.

 

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Kommentare (3)

Wenn die Kirche denkt mit solchen PR-Aktionen die Menschen in die Kirche zurückzubringen, dann irrt sie gewaltig.

In der heutigen aufgeheizten Situation sich zu positionieren, macht sicherlich wenig Spaß.
Egal wie, es wird immer Anfeindungen geben.

Ich begrüße das Gedenken, genau wie bereits stattfindende Fürbitten für z.B. bedrohte Existenzen oder vereinsamte Menschen.

Die Glocken können so stark läuten damit das politische Kartenhaus in Berlin zusammenfällt!