Damit der Pflegeberuf attraktiver wird, müssten die Rahmenbedingungen von Politik und Kostenträgern geändert we
Damit der Pflegeberuf attraktiver wird, müssten die Rahmenbedingungen von Politik und Kostenträgern geändert werden. Fabian Strauch
Zu wenige Pflegekräfte

Uckermärker Kliniken fordern bessere Rahmenbedingungen für Pflegeberufe

Rund 200.000 Pflegekräfte fehlen bundesweit in Krankenhäusern. Damit sich das verändert, müssten die Arbeitsbedingungen verbessert werden.
Prenzlau

Das in Krankenhäusern Pflegekräfte fehlen, ist bekannt. Auch in der Uckermark sind einige Stellen nicht besetzt. Dem Geschäftsführer des Asklepios Klinikums Uckermark Ulrich Gnauck und dem Pflegedirektor der GLG-Kliniken Robert Schindler zufolge verhindern die Rahmenbedingungen seitens der Politik eine essentielle Veränderung. „Der Gesetzgeber hat in der vergangenen Zeit einige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Pflege angeschoben, jedoch fehlt es insgesamt am Personal“, sagt Ulrich Gnauck.

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„Starre Vorgaben der Arbeitszeitgesetzgebung sind nicht immer hilfreich. Es ist nicht möglich, das krankenhausspezifische Tätigkeitsfeld mit 365 Tagen 24-Stunden-Betrieb zu ändern. Jedoch sollten die betrieblichen Möglichkeiten der Flexibilisierung der Arbeitszeit stark erweitert werden“, fordert der Geschäftsführer. Die Politik könne unter anderem helfen, die Bürokratie zu reduzieren und die Misstrauenskultur durch die Krankenkassen zu beenden. Zudem sollten die Probleme der Versorgung älterer, alleinstehender Menschen im ländlichen Raum anerkannt und die Verhinderungspolitik von stationären Aufenthalten geändert werden.

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Pflegedirektor Robert Schindler meint, dass der Pflegeberuf an sich ein schöner Beruf sei. „Die Dankbarkeit der Patienten und Angehörigen, aber auch die öffentliche Anerkennung seitens der Bevölkerung in der bisherigen Pandemiezeit unterstreichen dies.“ Als Beispiel für die schlechten Rahmenbedingungen nennt Schindler das Pflegebudget. Während die Kostenträger die Personalkosten für die ,Pflege am Bett‘ refinanzieren, seien die Pflegekräfte außerhalb der Station außen vor. „Eine lebenswichtige Operation oder eine routinemäßige Magenspiegelung kann allerdings ohne die Unterstützung einer Pflegekraft nicht erfolgen. Hier ist eine Änderung dringend angeraten.”

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