INSEKTENSCHUTZPAKET

Uckermärker Landwirte protestieren mit Treckern

Das Bundeskabinett berät am Mittwoch über das Insektenschutzpaket. Die Bauern lehnen eine Reihe von Punkten ab.
Landwirte rollten am Dienstag mit schwerer Technik durch die Kreisstadt, um dem Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke (SPD, rec
Landwirte rollten am Dienstag mit schwerer Technik durch die Kreisstadt, um dem Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke (SPD, rechts auf der Treppe) ihre Forderungen zu übergeben. Privat
Die Bauern waren mit insgesamt 33 Traktoren in der Prenzlauer Innenstadt angerückt.
Die Bauern waren mit insgesamt 33 Traktoren in der Prenzlauer Innenstadt angerückt. Privat
Unterstützt wurde die Aktion vom Uckermärkischen Bauernverband.
Unterstützt wurde die Aktion vom Uckermärkischen Bauernverband. Privat
Prenzlau ·

Am Dienstag bot sich in Prenzlau ein ungewohntes Bild. 33 Traktoren, begleitet von Polizeifahrzeugen, schoben sich durch die verschneiten Straßen. Ihr Ziel war das Wahlkreisbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke. Mit der Demonstration wollten die Landwirte – unterstützt vom Bauernverband Uckermark – ihre Positionen zur für Mittwoch geplanten Abstimmung über das geplante Insektenschutzgesetz herausstellen. Dem Politiker übergaben sie ein Positionspapier mit ihren Forderungen.

Bauern sehen sich beeinträchtigt

Jede Verbesserung im Gesetzentwurf helfe, so die Landwirte, die Beeinträchtigungen zu minimieren. Dazu Friedhelm Rogasch, Geschäftsführer des Uckermärkischen Bauernverbands: „Wir halten es für notwendig, direkt die Parteikollegen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) anzusprechen.“ Der Bundestagsabgeordnete Zierke erklärte: „Ich selbst bin nicht Mitglied in Umwelt- oder Agrarausschüssen, aber ich nehme die Stellungnahmen aus meinem Wahlkreis ernst und leite sie an die entscheidenden Kollegen meiner Partei weiter.“

Forderungen bundesweit

Die Uckermärkischen Kritiker des Gesetzentwurfes stehen nicht alleine mit ihren Forderungen. Bundesweit gehen die von der industriellen Landwirtschaft abhängigen Bauern auf die Barrikaden gegen das Insektenschutzpaket, das vom Umweltministerium auf den Weg gebracht wurde. Sie wehren sich gegen die dort festgeschriebenen Vorschriften und Verbote. Ihrer Ansicht nach bemühen sich die Landwirte mit ihren bereits durchgeführten Maßnahmen ausreichend um Insektenschutz. Sie legten Blühstreifen an oder nähmen blühende Gründüngepflanzen als Zwischenfrucht, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Auch der Trend zu biologischer Landwirtschaft sei steigend.

Furcht vor Flächeneinbußen

Die Vorschriften für größere Abstände beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln nahe Gewässern oder einen gesetzlichen Schutz von Biotopflächen halten sie allerdings für übertrieben. Dadurch würden ihre Ertragsflächen drastisch eingeschränkt. Friedhelm Rogasch erklärt: „Da zwei Drittel der Uckermärkischen Flächen als schutzwürdig gelten, müssten die Landwirte große Flächeneinbußen hinnehmen und zusätzlich auf Förderungen für die dann nicht mehr freiwilligen Maßnahmen verzichten.“

 

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