CORONA-EINDÄMMUNG

Uckermärker verärgert über Kontrollen an Landesgrenze

Die Corona-Kontrollen an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern treiben zuweilen absurde Blüten, wie ein Prenzlauer berichtete.
Mit den Kontrollen an der Landesgrenze zu Brandenburg soll der touristische Verkehr durch Mecklenburg-Vorpommern unterbunden w
Mit den Kontrollen an der Landesgrenze zu Brandenburg soll der touristische Verkehr durch Mecklenburg-Vorpommern unterbunden werden. Claudia Marsal
Uckermark.

Die Corona-Pandemie kennt keine Grenzen. Die Regeln zum Schutz gegen die Ausbreitung der Virusinfektion dagegen schon. Während in Brandenburg die Baumärkte weiter offen sind, bleiben sie in Mecklenburg-Vorpommern (MV) geschlossen. Dafür bleiben im Nachbarland die Blumenläden geöffnet. Unterschiede, die schwer zu vermitteln sind und für Unmut sorgen. Gleiches gilt für die Kontrollmaßnahmen der Polizei an der Landesgrenze zu MV, unter denen auch viele Uckermärker leiden, für die der nächste Supermarkt im Nachbarbundesland liegt.

Bloß kein Zwischenstopp

„Das kann man keinem erklären“, ärgert sich ein Prenzlauer über die unterschiedlichen Corona-Verbote. Vor allem die Grenzkontrollen der Polizei in MV stören ihn. Vor einigen Tagen wollte er einen Bekannten in Wismar in der Gemeinde Uckerland besuchen. Von Prenzlau aus führt die schnellste Verbindung in diesen nördlichsten Zipfel der Uckermark zunächst Richtung Pasewalk und ein Stück weit über die Landesgrenze nach MV. So wurde auch der Leser auf dem Weg nach Wismar kontrolliert. Die Polizeibeamten, kaum mit Schutzkleidung versehen, ließen ihn nur unter einer Bedingung passieren. „Ich durfte auf dem Weg nach Wismar nicht anhalten“, berichtete der Prenzlauer.

Lange Schlange vor Baumarkt

Es ist noch ein anderer Punkt, der den Uckermärker an den Grenzkontrollen irritiert. Während die Brandenburger auf dem Weg in den Norden einen triftigen Grund vorweisen müssen, um die Landesgrenze passieren zu dürfen, können die Menschen aus MV weiter unkontrolliert nach Brandenburg fahren. Auch, um in Läden einzukaufen, die in MV geschlossen sind. Die Folge: Am Ostersonnabend bildete sich etwa vor dem Baumarkt in Prenzlau eine lange Warteschlange vor dem Eingang, wie unser Leser berichtete. Aus Sicherheitsgründen sollte nur eine bestimmte Anzahl von Kunden gleichzeitig ins Geschäft.

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Kommentare (14)

ist schlicht und einfach undifferenziert und ungerecht. Denken denn die politischen Verantwortlichen, die Leute in MV hätten einen Sonderstatus verdient? Oder warum dürfen sie nach wie vor überall hin, ob nach Brandenburg zum Einkaufen bzw. pendeln nach Berlin? Aber selbst die Grenze dicht machen! Wäre man konsequent, müsste jeder Mecklenburger, der wieder einreist, für zwei Wochen in Quarantäne…
Und ist es so schwer zwischen Touristen und Zweitwohnsitz- bzw. Eigenheimbesitzern zu differenzieren? Wir überlegen jedenfalls, unser Haus in MV, dass wir seit 10 Jahren fast jedes Wochenende nutzen, wieder zu verkaufen. Aber wer wird ein Haus in MV noch kaufen wollen? Bei dem momentanen Imageverlust?
Wenn M. Schwesig stolz verkündet, MV sei das Bundesland mit der niedrigsten Zahl von Corona-Infizierten, weiß sie denn nicht, dass es eventuell auch mit der Einwohnerdichte zusammen hängen könnte?
Wohl bemerkt dabei sei:
Regeln und Vorsichtsmaßnahmen in der Corona-Krise sind selbstverständlich unabdingbar, aber dass es Enteignungen und kein einheitliches Vorgehen gibt, vor allem MV, das sein eigenes ungerechtes Süppchen kocht, ist nicht zu akzeptieren!

es genug Spekulanten gibt, die nur darauf warten, dass Entnervte ihre Immobilie veräußern wollen. Und mit der Begründung, die sei dann schwer los zu werden, den Preis drücken.
Bei / Nach Krisen gab es immer Gewinner und Verlierer.
Einfach mal versuchen durchzuhalten. Länger als die Grabenkämpfe im 1. WK oder der Kessel von Stalingrad wird die Corona-Krise nicht dauern.

Und übrigens denke ich, dass nicht nur die geringe Einwohnerdichte ein Grund für die niedrige Zahl von Infizierten hierzulande ist sondern auch der Umstand, dass die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung von MV nicht so rosig ist, wie im Rest von Deutschland, so dass sich auch deutlich weniger Leute einen teuren Skiurlaub in Österreich oder Italien leisten können (natürlich spielt aber sicher auch die wesentlich größere Entfernung dorthin eine nicht unerhebliche Rolle).

Unter den ersten nachgewiesenen Erkrankten waren genug Leute aus MV, die kurz vorher in Österreich oder Südtirol waren. Stand in der Presse.
Wo stecken sich MV'ler sonst an?

Ich habe nicht gesagt, dass kein Einwohner aus MV in Österreich oder Italien im Skiurlaub war! Allerdings möchte ich mal die These wagen, dass die Quote der Skiurlauber gemessen an der Einwohnerzahl von MV nur einen Bruchteil der Quote von Bayern oder Baden-Württemberg betragen hat.

Wenn Sie so geile Steilvorlagen liefern, nehm ich die halt an.

Die Entfernung spielt keine Rolle. Selbst ein Schwimmverein aus unserer Stadt war im Februar im Skilager in Österreich. Vor Corona. Alle gesund.
Und alles keine Millionäre.

Ja, es waren ganz sicher auch Leute in MV im Skiurlaub, auch in Österreich und in Italien. Und ja, einige haben sicherlich auch Corona von dort mitgebracht, andere eben nicht. Schön, dass es den Schwimmverein nicht erwischt hat; andererseits wären sie dann aber auch gleich durch gewesen damit.

Aber es war mit Sicherheit sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual von der Einwohnerzahl her gesehen nur ein Bruchteil im Vergleich zu den Zahlen der Sikurlauber aus Bayern oder Baden-Württemberg. Ergo, dürfte nach ihrer Rückkehr aus dem Skiurlaub die absolute und auch prozentuale Zahl an Infizierten in Bayern und Baden-Württemberg entsprechend um ein Vielfaches höher gewesen sein. (Dabei gehe ich mal von der Annahme aus, dass die Viren nicht zwischen Bewohnern aus MV und Bayern bzw. Baden-Württemberg unterschieden haben.)

... dass sich nach Deutschland eingewanderte Corona-Viren hier auch erfolgreich nach einer neuen Bleibe umgesehen haben! ;D

Und hier noch ein kleiner Lesetipp; habe ich gerade auf nordkurier.de gefunden:

https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/darum-haben-coronaviren-in-mv-schlechte-karten-1639082604.html

war mir aber schon vorher bekannt.

Haben Sie auch meinen Link zum stationären Buchhandel gelesen, um den Sie gebeten hatten?

Aber die machen ja eh wieder alle auf.

Und am 15. April 2020 - 14:50 Uhr auch nochmal darauf erwidert.

https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/schwesig-fuer-behutsame-lockerung-in-der-corona-krise-1439056904.html#comment-24001

Aber wie Sie schon angemerkt haben: Zum Glück dürfen die Läden ab Montag endlich wieder öffnen!!

Sehr beruhigende Aussichten, die sie da vermitteln. ;-)

andere Generationen waren irgendwie belastbarer. Nachweislich.

Wenn Brandenburg und Berlin nicht in der Lage sind oder willens sind Schritte einzuleiten, muss MV dem nicht folgen. Und wenn Schwerin ein Einreiseverbot beschließt dann haben die aus nicht MV eben draußen zu bleiben ganz einfach. Und wer es dennoch versuchen sollte ist sein Bußgeld immer gerne willkommen. Hoffe die Ämter kassieren fleißig,