EXTREMSPORT IN CHINA

Uckermärkerin läuft Marathon auf Großer Mauer (Video)

Seit einiger Zeit hat TV-Studioleiterin Ulrike Beckmann Spaß an Marathonläufen gefunden. Aber auch dazu gibt es noch eine Steigerung.
Sven Wierskalla Sven Wierskalla
Gut gelaunt ging Ulrike Beckmann in den Marathonlauf. Von den freundlichen chinesischen Volunteers war sie begeistert. Auf dem Kopf trug die Uckermärkerin ein buntes Tuch, wie es ihre Freunde zu jedem großen Lauf als Unikat gestalten.
Gut gelaunt ging Ulrike Beckmann in den Marathonlauf. Von den freundlichen chinesischen Volunteers war sie begeistert. Auf dem Kopf trug die Uckermärkerin ein buntes Tuch, wie es ihre Freunde zu jedem großen Lauf als Unikat gestalten.
Jinshanling.

In der Freizeit ist Laufen die große Leidenschaft von Ulrike Beckmann, Studioleiterin von UM.tv. In jüngster Zeit hat sie sich sogar mehrfach an den Marathon gewagt. „Jahrelang bin ich eigentlich nur über die Halbmarathonstrecke gelaufen, aber dann wollte ich unbedingt in Rom dabei sein“, berichtet Ulrike Beckmann. „Dort konnte man nur über die volle Distanz von 42,195 Kilometer starten, so bin ich zum Marathon gekommen.“ Es blieb nicht bei diesem einen Marathonlauf. Auch in Berlin und in anderen Metropolen ist die Uckermärkerin schon über die große Distanz gelaufen.

Fasziniert von der Chinesischen Mauer

Im vergangenen Herbst dann setzte sich im Kopf der Studioleiterin eine besondere Idee fest. „Ich hatte über einen Veranstalter von Laufreisen erfahren, dass es einen Marathon gibt, der über die Chinesische Mauer führt“, so Ulrike Beckmann. „Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer war: Das will ich unbedingt mal machen.“

Der Lauf in China unterscheidet sich deutlich von anderen Wettbewerben über die Distanz von gut 42 Kilometern. „Es geht nicht über glatte Asphaltstraßen, wo hohe Laufgeschwindigkeiten möglich sind, sondern gewissermaßen über Stock und Stein“, verrät die 38-Jährige. Die Strecke führe zumeist über unwegsames Gelände, es gehe steile und schmale Treppen hinauf und hinunter und nicht zuletzt gelte es, auf der bisweilen schmalen Mauerkrone ohne schützendes Geländer möglichst schnell unterwegs zu sein.

Gewissenhaftes Lauftraining unverzichtbar

Natürlich wollte die Uckermärkerin nicht unvorbereitet die weite Reise nach Jinshanling antreten, wo der Marathon über die Chinesische Mauer startet. Um das Treppensteigen mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu trainieren, nutzte sie den Prenzlauer Medienturm, wo sie ihren Arbeitsplatz hat. Hier gibt es eine lange Treppe, die alle fünf Etagen miteinander verbindet. „Selbstverständlich habe ich nach Feierabend trainiert. Erstens habe ich genug zu tun und zweitens wollte ich meine Kollegen damit nicht behelligen“, berichtet die Hobbyläuferin schmunzelnd.

Von China ist Ulrike Beckmann sehr angetan. „Alle Menschen, mit denen ich in Kontakt gekommen bin, waren freundlich und hilfsbereit.“ Zudem habe sie sich, als sie sich nach dem Lauf noch eine kleine Rundreise durchs Reich der Mitte gegönnt habe, überall sehr sicher gefühlt. „Ich konnte mich als Frau auch nachts überall unbesorgt bewegen, das Sicherheitsgefühl war hoch.“

Treppen hinauf und hinunter

Der Lauf selbst erwies sich als mehr als eine Herausforderung. „Die steilen und langen Treppen gingen mächtig an die Substanz – nicht nur bei mir. Am Ende sind wir zeitweise auf allen Vieren auf den Treppen unterwegs gewesen, die Beine haben nicht mehr so recht mitgemacht“, erinnert sich die Studioleiterin. Insgesamt galt es mehr als 1600 Höhenmeter zu überwinden. Das Gelände an der Mauer hatte es ebenso in sich. Es ging teilweise steile Geröll- und Bergpfade entlang.

Auf der anderen Seite seien Organisation und Verpflegung sehr gut gewesen. „Es gab in kurzen Abständen Verpflegungsstützpunkte, wo frisches Wasser und Obst bereit standen. Ich selbst habe während des Laufes nur Bananenstücke und literweise Wasser zur mit genommen“, erzählt die sportliche Uckermärkerin. Am Ende habe sie sich zwar erschöpft gefühlt, sei aber zugleich auch euphorisiert gewesen. Der Lauf sei weit schwieriger als ein normaler Marathon, vor allem wegen der ungewöhnlichen und anstrengenden Laufwege. „Ich habe auf der Großen Mauer gut sieben Stunden und 50 Minuten gebraucht, fast doppelt so lang wie bei einem Marathonlauf in einer Großstadt.

Weltweit auch andere Laufziele reizvoll

„Ich bin glücklich, dass ich die Erfahrung machen konnte, dort in China zu laufen“, sagt Ulrike Beckmann. „Ein zweites Mal würde ich allerdings nicht starten, dafür gibt es weltweit zu viele weitere atemberaubende Laufziele, die mich reizen.“

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