FUNDSTÜCK

▶ Uckermärkerin löst Rätsel um DDR-Strandkorb (Video)

Was ist die Geschichte hinter dem mysteriösen DDR-Strandkorb, den ein Rostocker Ehepaar auf dem Dachboden fand? Eine Prenzlauerin weiß die Antwort.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Ilse Törfler mit einem Foto, auf dem der DDR-Strandkorb in ihrem alten Garten in Prenzlau zu sehen ist.
Ilse Törfler mit einem Foto, auf dem der DDR-Strandkorb in ihrem alten Garten in Prenzlau zu sehen ist. Natalie Meinert / Stefan Sauer
Auf dem alten Foto aus den späten 70ern ist das rote Blumenmuster des Strandkorbs deutlich zu erkennen.
Auf dem alten Foto aus den späten 70ern ist das rote Blumenmuster des Strandkorbs deutlich zu erkennen. Privat
„Bei uns war immer viel los im Garten”, sagt Ilse Törfler. Der originelle Strandkorb wurde dabei gerne genutz
„Bei uns war immer viel los im Garten”, sagt Ilse Törfler. Der originelle Strandkorb wurde dabei gerne genutzt. privat
Prenzlau.

Ilse Törfler guckte einmal, dann zwei Male. „Der sieht ja aus wie mein alter Strandkorb!“, dachte sie erstaunt, als sie in der Wochenendausgabe des Uckermark Kurier den Artikel über einen DDR-Strandkorb sah, dessen neuer Besitzer Jürgen Kraft über den Hersteller gerätselt hatte.

Korb passte in Trabi

Der nostalgische Strandkorb für zwei Personen passe in einen Trabi, berichtete der Usedomer Bademoden-Sammler Jürgen Kraft aus Ahlbeck im Uckermark Kurier. In einen Sack aus Zeltleinwand verpackt, fiel er einem Ehepaar aus Parkentin bei Rostock bei einer Haushaltsauflösung in die Hände. Woher der tragbare Strandkorb kam, wer ihn gebaut hat – das alles ist für Jürgen Kraft ein Rätsel.

 

 

Die Prenzlauerin Ilse Törfler berichtete von der Herkunft ihres eigenen Modells: „Es gab in der DDR zwei große Kaufhäuser, eines in Leipzig, das andere in Chemnitz, die auch Kataloge verschickten“, erklärte die 86-Jährige. Dort bestellte sie damals häufig Kleidung für ihre zwei Töchter. In einem solchen Katalog, dem aus Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt), habe sie auch das erste Mal diesen markanten Strandkorb gesehen. „Das war in den späten 1970ern und das Kaufhaus war ein Konsum-Kaufhaus.“

Strandkorb endete im Feuer

Familie Törfler kaufte den Strandkorb für ihr großes Grundstück in der Prenzlauer Rudolf-Breitscheid-Straße. „Er wurde uns in einem großen Sack geliefert, genauso, wie es in dem Artikel beschrieben war.“ Irgendwann allerdings war das gute Stück zu abgenutzt. „Wir haben ihn zwar bei Regen und im Winter in der Laube gelagert, aber trotzdem haben ihm die Witterungsverhältnisse zugesetzt.“ Deshalb verbrannten die Törflers den Strandkorb Mitte der 1980er.

In den Schwarzwald geschafft

Doch nicht nur Ilse Törfler erkannte das Möbelstück wieder. Auch Sieglinde Reinhold aus Torgelow staunte, als sie das Bild von dem DDR-Strandkorb sah. „Meine Familie hatte den gleichen!“, berichtete sie dem Uckermark Kurier. Es gebe noch Fotos von 1968, wo er in ihrem Garten zu sehen sei. „Jetzt steht er allerdings im Strandzimmer meiner älteren Tochter im Schwarzwald.“ Das habe sie sich eingerichtet, um ein wenig Heimat von der Ostsee bei sich zu haben.

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