Für ihren Traumjob als Eventmanagerin absolviert die Uckermärkerin Luise Stemwedel eine Ausbildung am Friedrichstadt
Für ihren Traumjob als Eventmanagerin absolviert die Uckermärkerin Luise Stemwedel eine Ausbildung am Friedrichstadt-Palast Berlin. Nady El-Tounsy
Der Kontakt mit Besuchern und Kunden im Friedrichstadt-Palast hat das Selbstbewusstsein der 21-Jährigen gestärkt.
Der Kontakt mit Besuchern und Kunden im Friedrichstadt-Palast hat das Selbstbewusstsein der 21-Jährigen gestärkt. Nady El-Tounsy
Zu Luises Ausbildung gehört auch der Einsatz im Servicebereich.
Zu Luises Ausbildung gehört auch der Einsatz im Servicebereich. Nady El-Tounsy
Ausbildung

Uckermärkerin ohne Angst vor großen Namen bei der Jobsuche

Luise Stemwedel hat sich getraut. Nach dem Motto „Alles oder nichts“ hat sie sich erfolgreich um eine Lehre im Friedrichstadt-Palast Berlin beworben.
Jakobshagen

Wer als junger Mensch Großes erreichen will, der darf auch nicht vor großen Namen zurückschrecken. Luise Stemwedel hat einen solchen großen Traum. Sie möchte Eventmanagerin werden. Mit Kreativität große Veranstaltungen zu organisieren, dabei mit namhaften Künstlern und Musikern in Kontakt zu kommen, dass wäre genau ihr Ding, sagte die 21-Jährige.

„Meine Eltern Ines und Fred wissen, dass ich in einem solchen Beruf aufgehen würde“, erzählte die junge Frau, die in Klaushagen aufgewachsen ist und ihr Abitur am Gymnasium Templin abgelegt hat. Schon in der neunten Klasse hatte Luise gemeinsam mit ihrer Mutter überlegt, welche Ausbildung am besten dafür geeignet wäre. Sie entschieden sich damals für eine Lehre zur Veranstaltungskauffrau. Ein Job, der heiß begehrt ist, wie Luise aus eigener Erfahrung erleben sollte. „Ich habe über 20 Bewerbungen geschrieben“, berichtete sie. Von mehr als der Hälfte der Ausbildungsbetriebe kamen Absagen, andere meldeten sich gar nicht zurück. Luise entschied sich zunächst im Oktober 2019 zu einer Auslandsreise. Und so jobbte sie in Neuseeland auf einer Farm.

Lesen Sie auch das: Lust am Karneval, an Tänzen und Comedy

Der Zufall wollte es, dass sie ausgerechnet dort ihrem großen Ziel näher kommen sollte. „Ich wollte nach meiner Reise den Friedrichstadt-Palast in Berlin besuchen“, erinnerte sich die Weltenbummlerin. Sie interessierte sich in dem Haus vor allem für die Tänzerinnen, die regelmäßig bei den Shows auf der Bühne stehen. Ihr Interesse hat einen Grund, denn sie ist selbst leidenschaftliche Tänzerin. Schon im zarten Alter von fünf Jahren hatte sie mit dem Tanz beim Boitzenburger Carnevalsclub als Solomariechen begonnen. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr frönte sie dieser Leidenschaft. „Ich bin im Internet über die Seite des Friedrichstadt-Palastes gesurft, eigentlich um zu erfahren, wie groß die Tänzerinnen sein müssen.“ Dabei stieß sie auch auf ein Ausbildungsplatzangebot zur Veranstaltungskauffrau.

Nach dem Motto „Alles oder nichts“ beschloss Luise, sich ungeachtet des großen Namens des weltweit renommierten Hauses einfach frech zu bewerben. „Das war gar nicht so einfach. Ich hatte meine Bewerbungsunterlagen ja alle zu Hause.“ Letztlich konnte sie jedoch alle notwendigen Unterlagen online von Neuseeland aus nach Berlin schicken. „Ich gebe zu, dass ich eigentlich nicht damit gerechnet habe, überhaupt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erhalten. Doch was hatte ich zu verlieren? Mehr als eine Absage konnte ich nicht bekommen“, erzählte sie.

Mehr zum Thema: #AzubiReport am Palast mit Luise

Doch das Gegenteil war der Fall. Noch in Neuseeland erhielt sie die Zusage für ein Bewerbungsgespräch. Immer noch skeptisch, reiste sie – inzwischen wieder in Deutschland zurück – im August 2020 nach Berlin. „Das Gespräch verlief super“, erinnerte sie sich. Ihr späterer Chef hatte wohl einen guten Eindruck von der jungen Frau vom Lande und habe sich auch nicht an ihren nicht ganz so guten Mathezensuren gestört, erzählt sie schmunzelnd. Noch im gleichen Jahr erhielt sie den begehrten Ausbildungsvertrag.

Mittlerweile im zweiten Lehrjahr fühlt sich Luise in ihrem Job angekommen. „Wir im Friedrichstadt-Palast sind alle wie eine große Familie“, schwärmt die junge Frau. Obwohl sie „nur“ Auszubildende ist, würden sie und ihre Arbeit von den Kollegen respektiert. In dem großen Haus bekommt sie Einblicke in die verschiedensten Bereiche. Reservierungen und Buchungen vorzunehmen gehört genauso dazu wie Arbeiten im Service oder die Betreuung von Besuchern und Gruppen im Foyer. Die Ausbildung hat das Selbstbewusstsein der jungen Frau gestärkt, hat sie doch ihr Verhandlungsgeschick und ihr Improvisationstalent schon unter Beweis stellen müssen. Besonders freut sie sich bereits darauf, im Verlaufe der Ausbildung bei der Organisation und Vorbereitung der großen Shows mitwirken zu können.

Luise Stemwedel weiß schon jetzt, dass sie nach dem dritten Ausbildungsjahr keine feste Anstellung im Friedrichstadt-Palast erhalten wird. Doch das stört sie nicht, denn sie will ihre Erfahrungen und Kontakte als Sprungbrett nutzen, um weiter an ihrem großen Traum zu arbeiten – eine Weiterbildung zur Eventmanagerin. Dazu würde sie auch gern weitere Erfahrungen in dem Bereich im Ausland sammeln, verriet sie.

zur Homepage