BUNDESTAGSWAHL

Uckermärkische Politiker enttäuscht bis zufrieden

Die Reaktionen der Kandidaten waren nach Bekanntwerden ihrer Ergebnisse durchwachsen.
Jens Koeppen ist enttäuscht vom Ausgang der Bundestagswahl im Wahlkreis 57. Der CDU-Politiker musste deutliche Verluste g
Jens Koeppen ist enttäuscht vom Ausgang der Bundestagswahl im Wahlkreis 57. Der CDU-Politiker musste deutliche Verluste gegenüber 2017 hinnehmen. Bernd Settnik
Persönlich mit ihrem Abschneiden zufrieden, bezeichnete Isabelle Czok-Alm die Wahlergebnisse für die Partei „D
Persönlich mit ihrem Abschneiden zufrieden, bezeichnete Isabelle Czok-Alm die Wahlergebnisse für die Partei „Die Linke” als katastrophal. Thomas Kläber
Friedhelm Boginski hatte Grund zur Freude. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen konnte seine Partei – die
Friedhelm Boginski hatte Grund zur Freude. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen konnte seine Partei – die FDP – zulegen. Torsten Stapel
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen haben bei der Bundestagswahl zulegen können. Doch es wäre mehr drin gewes
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen haben bei der Bundestagswahl zulegen können. Doch es wäre mehr drin gewesen, sagte Michael Kellner. ODD ANDERSEN
Prenzlau ·

Ziemlich enttäuscht vom vorläufigen Wahlergebnis nach der Auszählung der Stimmzettel in 314 von 329 Wahllokalen zeigte sich Jens Koeppen bei seiner Wahlparty im „Wilden Eber“ in Eberswalde. Seit 2005 im Bundestag, hatte er 2003 und 2017 klar das Direktmandat im Wahlkreis erobern können. Gestern nun der Absturz auf etwas mehr als 18 Prozent, wobei er als Spitzenkandidat auf der Landesliste seiner Partei gute Chancen hat, dennoch in den Bundestag einzuziehen: „Wir haben mit unseren inhaltlichen und personellen Angeboten nicht überzeugen können“, so Koeppen.

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Besonders in den neuen Bundesländern hätten die „Zumutungen der Regierung“ dazu geführt, dass Wähler von der CDU verstärkt zur AfD abgewandert seien: „ostdeutsche sind da konsequent, wollen aber keinen Linksruck.“ Er hoffe, dass es keine Neuauflage der großen Koalition geben wird.

Chance auf die Regierungsbank

Als im Wahlkreis die Auszählung noch im Gange war, zog Friedhelm Boginski (FDP) schon ein positives Fazit. Mit Blick auf die Hochrechnungen bundesweit äußerte er sich sehr zufrieden. „Wir haben uns gesteigert. Das zeigt, dass wir in den letzten Jahren eine Politik gemacht haben, die bei den Bürgern ankommt“, sagte er. Die FDP könne guter Hoffnung sein, dass sie in einer Regierungskoalition mitregieren können. Boginski, der als Direktkandidat der FDP angetreten war, kam auf über acht Prozent. „Das sieht besser aus als 2017“, freute er sich. Ob es für ihn persönlich für ein Mandat im Bundestag reicht, werde sich erst in der Nacht herausstellen. Auf der Landesliste der FDP steht der Eberswalder Bürgermeister auf Listenplatz 2.

Fehler im Frühsommer

Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) konnte sich in einer ersten Reaktion nicht so richtig freuen. „Wir haben zugelegt, aber es wäre mehr drin gewesen“, sagte er. Nach dem Stand der Dinge kann Michael Kellner davon ausgehen, dass er die Uckermark in den nächsten vier Jahren im Bundestag vertreten wird. Das sei eine Chance, grüne Themen in die Politik einzubringen und er freue sich auf diese Aufgabe. Dass seine Partei nicht noch besser bei der Bundestagswahl abgeschnitten hat, sei auf Fehler in der Krisenkommunikation im Frühsommer zurückzuführen gewesen.

Personen statt Inhalte

Isabelle Czok-Alm (Die Linke) war in ihren Gefühlen hin- und hergerissen. „Mit meine Ergebnis bin ich nicht unzufrieden“, sagte sie am Abend. Nach der Auszählung der Stimmen in 314 Wahllokalen kam sie auf 9,5 Prozent und lag damit im Vergleich der Erststimmen an vierter Position. Anders sah es für ihre Partei im Bundesmaßstab aus. Dort mussten die Linken um den Einzug in den Bundestag bangen. „Das Ergebnis ist katastrophal“, schätzte sie ein. Es sei ein außergewöhnlicher Wahlkampf gewesen, „weil man einfach gespürt hat, dass es mehr um Personen, als um Inhalte ging“.

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