LANDKREIS UCKERMARK

Mehr als 300 Meldungen von Kindeswohlgefährdung

Im Schnitt fast täglich eine Meldung – eine erschreckende Bilanz. Das Jugendamt setzt vor allem auf Prävention.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Über 300 Meldungen über mögliche Kindeswohlgefährdung gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Uckermark.
Über 300 Meldungen über mögliche Kindeswohlgefährdung gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Uckermark. Maurizio Gambarini
Uckermark.

Seit Wochen sorgt der gewaltsame Todesfall der sechsjährigen Leonie aus Torgelow für traurige Schlagzeilen. Allen Anschein nach wurde das Kind so misshandelt, dass es an den Verletzungen starb. Auch in der Uckermark sind viele Kinder von häuslicher Gewalt bedroht: 2018 hat es 315 Meldungen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen im Landkreis gegeben. Dies berichtete der Jugendamtsleiter Stefan Krüger. Fast jeden Tag muss demnach ein Hinweis eingegangen sein. Die Bilanz: "169 Meldungen haben sich als Kindeswohlgefährdung bestätigt.”

Inobhutnahmen veranlasst

Auch in diesem Jahr gab es bereits erste Meldungen. „Mit Stichtag vom 6. Februar sind dem Jugendamt insgesamt 14 Kindeswohlgefährdungen gemeldet worden”, informierte der Jugendamtsleiter. Fünf Meldungen haben sich nicht bestätigt, in neun Fällen sei eine latente Kindeswohlgefährdung festgestellt worden, „darunter sind wiederum vier bestätigte Kindeswohlgefährdungen”. Als Folge der bestätigten Fälle habe das Jugendamt in diesem Jahr unter anderem schon vier Inobhutnahmen veranlasst.

Präventiv im Sinne des Kinderschutzes

Als örtlicher Träger der Kinder- und Jugendhilfe könne das Jugendamt „zu einer stetigen Professionalisierung im Sinne des Kindeswohls beitragen”. In den vergangenen Jahren wurden etwa Erzieher durch die Mithilfe des Jugendamtes zu Kinderschutzfachkräften ausgebildet: „Durch einen professionellen Umgang mit Anhaltspunkten, Ernährungsauffälligkeiten, unklare Hämatome oder Erzählungen von Kindern, kann bereits frühzeitig hinterfragt und auch eingeschritten werden”, so der Jugendamtsleiter. „Das Jugendamt ist des Weiteren im Bereich der Frühen Hilfen zusammen mit vielen Partnern in der Region präventiv im Sinne des Kinderschutzes und der kindlichen Entwicklung aktiv.”

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