FRONTEN VERHÄRTET

Unruhe unter Beschäftigten beim uckermärkischen Rettungsdienst

Beim uckermärkischen Rettungsdienst gibt es Konflikte zwischen Betriebsrat und Geschäftsführungt. Die Notfallversorgung ist aber nicht in Gefahr.
Sie retten weiter unser Leben. Die aktuellen Konflikte tangieren die Notfallversorgung nicht.
Sie retten weiter unser Leben. Die aktuellen Konflikte tangieren die Notfallversorgung nicht. Horst Skoupy
Prenzlau.

Die Fronten sind verhärtet. Zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung der Uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft (URG) wird seit geraumer Zeit nur noch über Rechtsanwälte kommuniziert. Im Hintergrund köcheln Konflikte. Details dazu sickern nach und nach an die Öffentlichkeit. Fest steht: Es hat bereits eine Reihe von Einigungsstellenverfahren gegeben. Zur Konfliktlösung haben diese aber scheinbar nicht beigetragen.

Arbeitsstunden zeitweise verschwunden

Warum es bei den Auseinandersetzungen genau geht, ist nicht bekannt. Dem Uckermark Kurier wurden jüngst vermeintliche Belege zugespielt, die darauf hindeuten, dass es in der Stundenabrechnung zahlreicher Mitarbeiter zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein könnte. Demnach wären geleistete Arbeitsstunden ersatzlos aus dem System verschwunden. Es soll dabei um bis zu 3000 Arbeitsstunden gehen.

Es sei korrekt, dass Stunden zeitweise aus der Bilanz verschwunden sind, räumte Mike Förster, einer der Geschäftsführer der URG auf Nachfrage des Uckermark Kurier ein. Die Geschäftsführung habe im April dieses Jahres davon erfahren. Warum die Stunden zwischen November und Dezember ausgebucht wurden, ist unklar. Die Geschäftsführung habe jedoch umgehend reagiert. Die Stunden seien den Mitarbeitern in vollem Umfang wieder zurückerstattet worden, versicherte Förster. „Ein Schaden ist weder für die Mitarbeiter noch für das Unternehmen entstanden“, betonte er. Um den Sachverhalt aufzuklären, habe die Geschäftsführung zudem einen Wirtschaftsprüfer eingeschaltet.

Betriebsratsmitglieder umstritten

Es ist nicht der einzige Konflikt, der zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung schwelt. Die Schuld für die aktuelle Blockade-Haltung sieht Förster bei einzelnen Mitgliedern des betrieblichen Gremiums. Diese Personen arbeiteten gegen den Willen der Belegschaft, so Förster. Dies sei auch bei einer Reihe von Betriebsversammlungen deutlich geworden, die unlängst stattgefunden hätten. Die Mitarbeiter fühlten sich unwohl in ihrer Haut und nicht mehr vertreten durch den Betriebsrat, so der Eindruck von Mike Förster. Zugleich schätzten sie die Arbeitsbedingungen bei der URG mit 24-Stunden-Dienst und Bezahlung nach TVöD. „98 Prozent“ der Belegschaft stünden hinter der Geschäftsführung, so Förster.

„Mit dem jetzigen Betriebsrat ist keine vertrauliche Zusammenarbeit mehr möglich“, erklärte auch Landrätin Karina Dörk (CDU). Auf einer Unterschriftenliste hätten sich mittlerweile rund 100 Mitarbeiter der URG gegen den Betriebsrat ausgesprochen. Sie spricht von einem „Zustand, der nicht zu ertragen ist“. Als kommunales Unternehmen habe sich die URG in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt. Es wurde viel dafür getan, dass sich die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter stetig verbessert hätten. Darüber hinaus werde in die Zukunft investiert. In Carmzow und Schwedt werden neue Rettungswachen gebaut. Prenzlau und Templin sollen erweitert werden. „Wir werden ausgebremst“, sagte Förster. Mit seinem Agieren konterkariere der Betriebsrat den 24-Stunden-Dienst im Unternehmen, meinte Dörk. Zudem sträube sich das Gremium gegen die Einführung einer elektronischen Zeiterfassung für die Arbeitszeit, sagte Mike Förster.

Bedenken wegen Zeiterfassung

Es sei richtig, dass der Betriebsrat diese Umstellung zunächst abgelehnt habe, sagte Bernd Heinrich, Vorsitzender des Betriebsrates der URG auf Nachfrage des Uckermark Kurier. „Wir haben Bedenken, dass das Programm, das für die Zeiterfassung neu eingesetzt werden soll, für den Rettungsdienst nicht geeignet ist“, erklärte er. Das Gremium stehe aber für weitere Gespräche offen. „Wir stehen zum 24-Stunden-Dienst“, sagte Heinrich weiter. Gegen ihn wurde eine Kündigung ausgesprochen, die ebenfalls gerade vor Gericht verhandelt wird.

Die Lage ist verzwickt. „Es gibt innerbetriebliche Querelen“, bemerkte Frank Czeslick vom Beteiligungsmanagement der Kreisverwaltung diplomatisch. Die rettungsdienstliche Versorgung im Landkreis sei dadurch aber nicht gefährdet, betonte er.

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