SUCHAKTION IN PRENZLAU

Uraltes Passbild sorgt für Aufregung

Wer ist die hübsche junge Frau in Schwarz-Weiß, deren Foto im Dreck auf dem Bürgersteig lag? Das fragten sich viele Leser. Das ist die Antwort.
Anita Ladewig holte das Passbild ab und brachte gleich ein Foto ihrer vier Geschwister mit.
Anita Ladewig holte das Passbild ab und brachte gleich ein Foto ihrer vier Geschwister mit. Claudia Marsal
Prenzlau.

„Das ist doch die Anita” – nach der Veröffentlichung eines „Suchbildes” im Uckermark Kurier stand das Telefon nicht mehr still in der Redaktion. Es meldeten sich viele Leser, die zu wissen glaubten, wer auf der vergilbten Aufnahme, die eine junge Frau vor der Diesterweg-Schule gefunden hatte, zu sehen war. Obwohl das Bild laut Rückbeschriftung über 47 Jahre alt war, lagen die Anrufer mit ihrer Vermutung richtig. Denn am Freitag meldete sich die Gesuchte bei der Zeitung. Hinter der 65-jährigen Anita Ladewig lagen da schon zwei aufregende Tage, wie sie verriet. Von überall her sei sie angerufen und auf die Presseveröffentlichung aufmerksam gemacht worden, erzählte die dreifache Oma dem Uckermark Kurier.

Geschwister erkannt

Sowohl ihre beiden Kinder als auch die vier Geschwister hätten ihr sofort davon erzählt. „Alle haben natürlich gerätselt, woher dieses Foto wohl stammt”, setzte sie lachend hinzu: „Die meisten tippten auf einen heimlichen Verehrer, der die Aufnahme bis heute aufbewahrt hat.” Sie selbst glaubt allerdings, dass die Antwort viel simpler ist. „Vor zwei Jahren ist meinem Mann mal das Portemonnaie geklaut worden. Und er meint, dass er genau dieses Foto von mir da drin hatte”, berichtete die beim Pflegedienst Hubert beschäftigte Kreisstädterin. Warum der Dieb es jetzt auf die Straße geworfen habe, wisse sie nicht.

Finderin dankbar

„Aber ich bin der Finderin, die es aufgehoben und zum Uckermark Kurier gebracht hat, sehr dankbar dafür.” Von dem besagten Porträt gebe es nämlich leider kein zweites. „Und es zeigt mich in der besten Zeit meines Lebens. 1972 habe ich nämlich mit der Krankenschwesterausbildung in Prenzlau begonnen”, so die Pflegerin. Danach arbeitete sie lange im OP und nach der Geburt ihrer Kinder in der Notaufnahme. Schön seien auch die Jahre auf der Inneren I gewesen. „Aber die ständigen Nachtschichten haben mich so geschlaucht, dass ich dort irgendwann schweren Herzens aufhören musste.” In der ambulanten Pflege sei sie jetzt glücklicher, sagte Anita Ladewig abschließend.

 

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