„Wenn die Fireblade denkt, dass Moto GP läuft...“, so betitelte der Motorradfreak aus der Uckermark diesen Sc
„Wenn die Fireblade denkt, dass Moto GP läuft...“, so betitelte der Motorradfreak aus der Uckermark diesen Schnappschuss aus seiner Wohnstube. So viel sei verraten: Ein Rennen lief nicht, stattdessen schaute Silko Seidlitzki „Bauer sucht Frau“. Privat
Auch die beiden Knirpse der Familie wachsen damit auf, dass die Motorräder mit rein ins Warme dürfen.
Auch die beiden Knirpse der Familie wachsen damit auf, dass die Motorräder mit rein ins Warme dürfen. Privat
Als sich das Paar kennenlernte, war Motorradfahren schon Thema. Deshalb durfte die Maschine zur Hochzeit nicht fehlen.
Als sich das Paar kennenlernte, war Motorradfahren schon Thema. Deshalb durfte die Maschine zur Hochzeit nicht fehlen. Privat
Auch die große Tochter von Silko Seidlitzki nimmt schon mal im Sattel Platz.
Auch die große Tochter von Silko Seidlitzki nimmt schon mal im Sattel Platz. Privat
Für die Motorräder gibt es einen eigenen Hauseingang.
Für die Motorräder gibt es einen eigenen Hauseingang. Privat
Im Schlaf wird der Besitzer bewacht durch Hund und Motorrad.
Im Schlaf wird der Besitzer bewacht durch Hund und Motorrad. Privat
Die Bikes dürfen überall im Haus stehen.
Die Bikes dürfen überall im Haus stehen. Privat
Haustier aus zwei Rädern

Verrückter Biker nimmt Motorrad mit ins Wohnzimmer

Jeder Mann tut gut daran, sich eine Frau zuzulegen, die ähnlich tickt. Denn was Silko Seidlitzki seiner Judith zumutet, würde sicher nicht jede mit sich machen lassen ...
Prenzlau

Dem Auto eilt ja der Ruf voraus, das liebste Kind des deutschen Mannes zu sein. Bei Silko Seidlitzki stimmt das nur bedingt. Der 38-Jährige verdient zwar seit vielen Jahren als Pkw-Verkäufer bei der Firma Burmeister in Prenzlau seine Brötchen. Seine große Liebe gehört – neben Frau und Kindern – aber dem Zweirad.

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Der Hohengüstower ist sogar so krass drauf, dass er seine Bikes mit ins Eigenheim nimmt, damit sie warm und trocken stehen. Dafür hat das Haus in Hohengüstow, in dem er mit seiner Familie seit vier Jahren lebt, sogar einen separaten Eingang. Darauf aufmerksam geworden war der Uckermark Kurier in den sozialen Medien, wo der Familienvater ein Bild seines weißen „Polizeimotorrades“ – eine Honda CBR 1000 mit dem Schriftzug „Police“ – gepostet hatte.

Mit dem Bike vorm Fernseher

„Wenn die Fireblade denkt, dass Moto GP läuft...“, so betitelte der Motorradfreak aus der Uckermark diesen originellen Schnappschuss aus seiner guten Stube und kassierte viele Likes. So viel sei verraten: Ein Rennen lief zu diesem Zeitpunkt nicht, stattdessen schaute Silko Seidlitzki „Bauer sucht Frau“. Aber egal, das wusste seine „Renne“ ja nicht. Gefragt, ob diese Szene nur aus Jux und Dallerei fürs Foto gestellt worden war oder sich aber real zugetragen habe, sagte der Uckermärker: „Nein, es kommt schon mal vor, dass die Bikes auch in der Wohnstube stehen, beispielsweise wenn sportliche Events übertragen werden und Motorenlärm zu hören ist.“

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In der übrigen Zeit parken sie meistens im Flur. Zum Fahrzeugpark gehört neben der Honda als zweites Motorrad des Paares auch noch eine Streetfighter, Modell Suzuki GSX-R 750, auf der die Ehefrau manchmal aals Sozia mitfährt. Doch das sei eher selten, räumte Silko Seidlitzki ein. In der Regel sei er allein oder mit Kumpels unterwegs. Doch schon allein der Fakt, dass Ehefrau Judith die Mitnahme der Kfz ins Haus duldet, sagt viel über die 37-Jährige, die bei der Firma SoFa als Bürokauffrau arbeitet, aus.

Frau zum Pferde stehlen

Mit der Mutter von zwei kleinen Jungs ist vermutlich richtig gut Pferde stehlen, so viel steht fest. Es gibt wahrscheinlich nicht viele Damen, die die Erlaubnis dazu geben würden, ist sich auch der Ehemann bewusst. Als sich die beiden 2016 das Ja-Wort gaben, dürfte ihm das allerdings schon klargewesen sein. Schließlich posierten die beiden in Brautkleid und Anzug ganz zünftig vor einem Motorrad. Vorm Standesamt warteten dann auch alle Zweirad-Freunde auf die Frischvermählten und begrüßten sie mit einem lauten Hupkonzert. Silko Seidlitzki argumentiert, dass man gerade in schwierigen Zeiten wie den jetzigen darauf achten müsse, Mensch zu bleiben und nicht alles zu ernst zu nehmen. Schlimme Sachen gebe es genug auf der Welt. „Man darf den Blick fürs Schöne und den Sinn für Humor nicht verlieren. Sonst ist man verloren“, nach dieser Devise lebt das junge Paar.

Im Job verliebt

Der Funke zwischen den beiden ist übrigens vor Jahren mal im Job übergesprungen: Silko Seidlitzki war an seinem damaligen Arbeitsplatz im Callcenter in der Neubrandenburger Straße seit Langem seine hübsche Kollegin Judith Stegemann aufgefallen. Achteinhalb Jahre ist das jetzt her. „Ich habe anfangs immer zu ihr rüber geschaut“, erinnert sich der Familienvater an das erstes Anbandeln. Daraus wurde zunächst ein freundschaftliches Verhältnis, welches letztlich dann in der großen Liebe mündete. „Es hat von Anfang an gepasst, die Chemie stimmt“, sagt der 38-Jährige überzeugt. Voraussetzung dafür war sicherlich auch das große Verständnis seiner Zukünftigen für sein Hobby. Der gelernte Automobilkaufmann war nämlich damals schon mit ganzem Herzen Biker.

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Er fuhr Motorrad aus Leidenschaft und steht dem Club „Schwedter fighters“ als Vize-Präsident vor. Die Mitglieder hatten in der Oderstadt den ehemaligen Stasi-Knast gekauft und zu ihrem Treff umgebaut. Dafür ging viel Zeit und Energie drauf. Die neue Liebe stand ihrem Bräutigam in dieser Zeit immer zur Seite, machte bei allen Unternehmungen und Ausfahrten mit. Das schweißte zusammen.

Die 100. Trauung

Ihrem Umfeld war schon lange klar, dass so eine enge Verbundenheit nur in der Ehe münden konnte. Dass ihre Trauung im Seeptember 2016 die 100. des Jahres in Prenzlau war, erfuhr das Brautpaar kurz vorher erst durch einen Anruf der Standesbeamtin. Diese informierte nämlich darüber, dass der Bürgermeister persönlich zu den Gratulanten zählen möchte. Den Heiratsantrag hatte Silko Seidlitzki seiner Frau übrigens erst acht Wochen vor diesem Termin gemacht. An ihrem Geburtstag kniete er um Mitternacht nieder und hielt um ihre Hand an. Da liebäugelte das Paar noch mit einem Hochzeitstermin im folgenden Jahr. „Aber dann dachten wir uns: Worauf sollen wir warten und fingen mit dem Organisieren an.“ Über sechs Jahre hat die Ehe nun schon gehalten und beide sind sicher, dass es für immer ist, natürlich in der Hoffnung, auch noch in 40 Jahren gemeinsam in den Sattel zu steigen.

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