KINDERPORNOGRAFIE

Verteidiger will Berufung gegen Missbrauchs-Urteil einlegen

Zu drei Jahren und drei Monaten Haft wurde eine junge Mutter aus Prenzlau verurteilt, die ihre eigene Tochter missbraucht hat.
Nach dem Urteil des Landgerichtes Neuruppin im Missbrauchs-Prozess gegen eine junge Mutter aus Prenzlau will der Verteidiger B
Nach dem Urteil des Landgerichtes Neuruppin im Missbrauchs-Prozess gegen eine junge Mutter aus Prenzlau will der Verteidiger Berufung einlegen. Patrick Pleul
Prenzlau.

Im Prozess gegen eine junge Frau aus Prenzlau, die kinderpornografische Fotos und Videos ihrer eigenen Tochter angefertigt und diese an eine Bekanntschaft aus Berlin versendet haben soll, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Landgericht Neuruppin verurteile die 29-Jährige am Dienstag zu drei Jahren und drei Monaten Haft. Andreas Brandt, Pflichtverteidiger der Angeklagten, kündigte am Mittwoch gegenüber dem Uckermark Kurier an, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen. „Es sind nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten zu prüfen”, sagte er.

Starke Abhängigkeit

Vor diesem Hintergrund wolle der Verteidiger den Antrag auf Erstellung eines Gutachtens einbringen. Ob dieses auf Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit abziele, sei noch nicht klar. Der Prozessverlauf habe deutlich werden lassen, dass die junge Frau aus Prenzlau in einer „starken Abhängigkeit” zu dem Mann, Danny M., gehandelt habe. Nein, befand dagegen das Landgericht bei seinem Urteil. Es hielt die Angeklagte in vollem Umfang für schuldfähig.

Ein mildes Urteil

Mit Blick auf den Schuldspruch von drei Jahren und drei Monaten könne dennoch von einem milden Urteil gesprochen werden, meinte Brandt. Der Verteidiger hatte eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren gefordert. Er ging bei seiner Mandantin von einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Sie habe selbst unter Missbrauch gelitten und verfügte über kein soziales Netz, das sie auffing, argumentierte Brandt. Das Landgericht teilte diese Auffassung nicht.

Und dennoch: Mit dem Urteil bewegte es sich „im untersten Bereich des Strafrahmens”, wie es der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann ausdrückte. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft für die Angeklagte gefordert.

Viele Anklagepunkte fallengelassen

„Die Angeklagte wird in acht Fällen verurteilt und im Übrigen freigesprochen”, machte Andreas Brandt deutlich. Zu Beginn des Prozesses waren 67 Anklagepunkte gegen die junge Mutter aufgeführt worden. Am Tag der Urteilsverkündung seien es noch 24 Anklagepunkte gewesen. In nächster Instanz wird sich das Brandenburgische Oberlandesgericht mit dem Fall beschäftigen.

 

 

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