Die Straßenbeleuchtung in Templin und den Ortsteilen ist bereits auf energiesparendere Leuchtmittel umgestellt worden. F
Die Straßenbeleuchtung in Templin und den Ortsteilen ist bereits auf energiesparendere Leuchtmittel umgestellt worden. Sigrid Werner
Masterplan Klimaschutz in Templin

Viel Arbeit für neue Klimamanagerin von Templin

Nachdem sich Templin 2012 ein Energiekonzept gegeben hatte, will die Stadt nun einen noch größeren Beitrag zur Klimaanpassung leisten.
Templin

Zu Jahresbeginn hat in der Stadt Templin eine professionelle Klimamanagerin ihre Arbeit aufgenommen. Die zu 80 Prozent geförderte Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Die Klimamanagerin soll kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur weiteren Reduktion der Kohlendioxidemissionen identifizieren. Dabei werde sie nicht nur den Verkehr unter die Lupe nehmen, sondern auch das Energiemanagement in den Wohngebieten sowie die kommunale Infrastruktur, hieß es. Es gehe um die Akquise von Fördermitteln und die Unterstützung von privaten Initiativen, erneuerbare Energien einzusetzen, erklärte Bürgermeister Detlef Tabbert (Linke). Er begrüßte in diesem Zusammenhang die Idee der E.DIS, gemeinsam mit der Stadt in einem Modellprojekt einen regionalen Energiemarkt aufzubauen, in dem lokal erzeugte erneuerbare Energien regional eingekauft, vermarktet und vergütet werde, damit die Templiner ihrerseits von ihrem Einsatz fürs Klima profitieren. „In Bayern gibt es solche Modelle schon, wir wollen versuchen, solche Dinge auch bei uns zu etablieren”, so der Bürgermeister.

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Ganz bei null muss die Klimamanagerin indes nicht anfangen. 2012 hatte sich die Stadt Templin ein Energiekonzept gegeben. Dafür hatten Planer auch schon einmal alle Energieverbräuche und Kohlendioxidausstoß für die Stadt errechnet. Das Energiekonzept 2012 enthielt bereits eine Reihe von Maßnahmen zur Klimaanpassung für Templin.

Der Endenergieverbrauch der Stadt betrug auf der Datenbasis von 2010 rund 28 700 kWh pro Einwohner und Jahr. Der Verkehr hatte damals daran einen Anteil von 53 Prozent, die privaten Haushalte 30 Prozent, kommunale Gebäude und Anlagen allerdings nur rund ein Prozent (57 Verbrauchsstellen). Beispielsweise verbrauchte die Stadt Templin im Jahr 2011 rund 997 950 Kilowattstunden Elektroenergie zur Beleuchtung ihren kommunalen Straßen und Plätze. Dies entsprach etwa 560 Tonnen Kohlendioxidausstoß pro Jahr. Die Energiekosten für die Straßenbeleuchtung konnten 2015 bis 2018 durch die Umstellung auf LED um 21 Prozent verringert werden. Die CO2-Emissionen in Templin lagen zum Zeitpunkt der Konzepterstellung bei rund 7,4 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr. Damals war das Solarkraftwerk in Groß Dölln in dieser Rechnung noch nicht erfasst. Der Bundesdurchschnitt lag damals bei rund 10 Tonnen.

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8260 Personenkraftwagen (Benzin und Diesel), dies sind 501 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner (Bundesdurchschnitt: 517 Pkw/1000 Einwohner) zuzüglich Lkw und Krafträder verursachten damals in der Stadt noch einen Kohlendioxidausstoß von mehr als 632 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Rechtzeitig müsse also überlegt werden, wo bei steigendem Anteil Elektrofahrzeuge parken und Strom laden können und wie dafür Ladeinfrastruktur und Energienetze in den kommenden Jahren ausgebaut werden müssen, um den völlig neuen Bedarfen zu entsprechen, bestätigte Templins Bürgermeister.

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2020 gab es in Templin 208 PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von 138 Megawatt (davon 128 MW im Solarpark Groß Dölln), sechs Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von insgesamt 9,7 MW und sechs Biogasanlagen mit 2,1 MW. Durchschnittlich werden so im Jahr rund 153100 Megawattstunden erneuerbare Energie pro Jahr in Templin produziert.

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„Templin hat also schon einen großen Beitrag geleistet”, sagt der Bürgermeister. Er möchte die Bürger mit ins Boot holen, wenn es um die Frage geht, welchen Beitrag die Stadt künftig bei der weiteren Nutzung von erneuerbaren Energien leisten will und wo, in welchem Umfang und welche Flächen dafür zur Verfügung gestellt werden sollen. Letztlich gehe es darum, keine übereilten, sondern kluge Entscheidungen zu fällen, damit auch die Bürger von Templin und nicht nur (auswärtige) Investoren von den Maßnahmen zum Klimawandel profitieren, so Detlef Tabbert.

 

 

 

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Kommentare (1)

Na endlich gibt es diesen Arbeitsplatz in Templin. Jetzt wird das Klima hoffentlich besser werden. Nachts ein wenig Landregen, am Tage Sonnenschein, im Sommer Badewetter und im Winter Spiegeleis auf dem Seen. Diese Wetterwünsche müssen sich doch erfüllen lassen wenn das Klima jetzt professionell gemanagt wird.