Circa 45 ehrenamtliche Helfer kamen am Dienstag in Schwedt zusammen, um die Sammelaktion abzusprechen.
Circa 45 ehrenamtliche Helfer kamen am Dienstag in Schwedt zusammen, um die Sammelaktion abzusprechen. R. Fischer
Umweltkatastrophe

Weitere tote Fische aus der Oder geborgen

Während an der Oder aufgeräumt wird, nimmt eine Europapolitikerin der Grünen Abstand von ihrer Tour unter dem Motto: „Oder an der Freude“.
Schwedt

Circa 45 Helfer waren am Dienstag ab 8 Uhr im Einsatz, um im uckermärkischen Abschnitt der Oder tote Fische zu bergen. Ihr Einsatz geschah an drei Abschnitten, um die Fischkadaver, die sich vor allem an Wehren und Einlassbauwerken angehäuft haben, aus dem Wasser beziehungsweise vom Ufer abzusammeln, so Kreis-Pressesprecherin Ramona Fischer. Diese wurden dann in der Verbrennungsanlage der PCK GmbH entsorgt.

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Landrätin Karina Dörk (CDU) war erneut vor Ort, um den freiwilligen Helfern für ihre Bereitschaft zu danken. Gleichzeitig begegnete sie Ewa Dudar, stellvertretende Landrätin unseres polnischen Partnerkreises Gryfino. Beide Politikerinnen betonten, dass Gryfino und die Uckermark seit vielen Jahren vertrauensvoll und erfolgreich zusammenarbeiten. Insbesondere bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, beim Einsatz zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest und auch jetzt an der Oder würden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht.

+++ Tote Fische in der Oder – ist der Fluss vergiftet? +++

Derweil erklärten die Politiker der uckermärkischen Linken, Kreisvorsitzende Anne Friede Reinke und der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Axel Krumrey in einer gemeinsamen Erklärung, dass der Landkreis bei diesem aktuellen Umweltskandal beim Krisenmanagement erneut allein gelassen werde: „Wie schon im Kontext der Corona-Pandemie hat man den Eindruck, als würde diese Tragödie in der Landesregierung niemanden interessieren. Auch wenn der Ministerpräsident nunmehr das Ausmaß der Vergiftung in Augenschein genommen hat und die Umweltministerin Polen für die schlechte Informationspolitik kritisiert, ist damit noch überhaupt niemandem geholfen.“ Keine der politischen Ebenen dürfe sich aus der Verantwortung nehmen. An der Taskforce, die nun endlich – „aber viel zu spät“– eingerichtet werden solle, müsse auch der Landkreis als Träger des Katastrophenschutzes eingebunden werden: „Schnellstmöglich sind die Ursachen für die Oder-Verpestung zu klären und gleichzeitig Strategien und Handlungsansätze zu entwickeln, wie die chemischen Belastungen beseitigt werden können. Weiterhin ist zu regeln, wie der immense wirtschaftliche Schaden für Unternehmen, Betriebe und weitere Betroffene reguliert werden kann.“ Hierbei dürfe der Landkreis nicht allein gelassen werden.

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Tina Prager, zwei Jahre lang Sprecherin der uckermärkischen Grünen, informierte, dass Hannah Neumann (B90/Die Grüne), Mitglied im Europäischen Parlament, vor dem Hintergrund der Umweltkatastrophe ihre geplante Sommertour unter dem Motto „Oder an der Freude“ verändern werde. Vom 20. bis 27. August wollte sie auf einem Elektroboot auf der Oder unterwegs sein und am 21. August in Criewen zu Food Truck, Spielen, Infos und Verlosung von Plätzen auf ihrer Bootstour einladen. Da diese „Oder an der Freude“-Tour jetzt „nur noch zynisch“ klingen würde, wurde die Verteilung entsprechender Flyer am Dienstag gestoppt, so Tina Prager. Hannah Neumann wolle dennoch – Stand jetzt – am Sonntag ab 13 Uhr in Criewen ein Informations- und Austauschangebot für Bürger unterbreiten – mit gemeinsamer Fahrradtour durch den Nationalpark Unters Odertal. Von einer Unterstützung der freiwilligen Helfer stand in der Pressemitteilung nichts. Aber das Programm würde, so heißt es, auf der Homepage täglich aktualisiert.

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