Katja Neels (Vierte von rechts) von der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark sieht die Integrationsarbeit in der Uckermark gef
Katja Neels (Vierte von rechts) von der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark sieht die Integrationsarbeit in der Uckermark gefährdet. Benedikt Dittrich
Protest zeigt Wirkung

Weiterhin Geld für Integrationsarbeit

Im Landtag ist die Kürzung des Budgets für soziale Projekte, die der Integration von Asylbewerbern dienen, vom Tisch. Diese Nachricht sorgte am Freitagnachmittag für Erleichterung bei den Akteuren der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark. Sie sahen ihre Arbeit gefährdet.
Prenzlau

Den Stein, der Katja Neels von der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark am Freitagnachmittag vom Herzen gefallen ist, den konnte man buchstäblich fallen hören. Der Protest der vielen Engagierten scheint gefruchtet zu haben: Die Streichung des Budgets für die Integrationsarbeit ist vom Tisch. Die Koalitionsfraktionen von SPD, CDU und Grünen im brandenburgischen Landtag wollen die Integration von Flüchtlingen auch in den kommenden drei Jahren unvermindert fördern. Die im Haushaltsentwurf vorgesehene Streichung der Integrationspauschale von 300  Euro pro Person und die geplante Kürzung bei der Sozialarbeit mit Flüchtlingen solle zurückgenommen werden, sagte Grünen-Fraktionschefin Petra Budke am Freitag nach dem Ende der Haushaltsberatungen.

Damit kann die Bürgerstiftung ihre Arbeit wie bisher fortsetzen, zeigte sich Katja Neels sichtlich erleichtert. Schließlich hätten die weitreichenden Kürzungen in der Migrationssozialarbeit II und die Streichung der Mittel für Integrationsprojekte im Haushalt 2022 auch verheerende Wirkung für die Uckermark gehabt.

Viele Initiativen wären bedroht

„Mit den Geldern wird wichtige Integrationsarbeit in der Uckermark finanziert, beispielsweise die Migrationssozialarbeit in Prenzlau, Templin, Schwedt und Angermünde, wichtige Begegnungsorte und -projekte wie der „Leuchtturm“ in Templin und von der Bürgerstiftung Barnim Uckermark in Prenzlau im und um den Georg-Dreke-Ring. Auch ein Schulbegleitprojekt für Kinder aus geflüchteten Familien vom ABW in Angermünde und der wichtige Vorbereitungskurs für angehende Pflegekräfte an der Medizinischen Fachschule wären davon betroffen gewesen.“

Durch die Kürzung wären die Projekte auf Null gesetzt worden, die Sozialarbeitsstellen heftig gekürzt. „Das wäre eine absolute Katastrophe für unsere Region und die Menschen gewesen, die hier im Asyl gelandet sind und sich ein neues Leben aufbauen müssen/wollen.“

Ehrenamtliche fühlen sich ausgenutzt

Auch die bisherige Arbeit der vielen Ehrenamtlichen würde durch die fehlenden Gelder mit Füßen getreten und nicht wertgeschätzt werden, merkte Sylvia Domogalla an und freute sich ebenfalls über die Nachricht aus Potsdam. Die 61-Jährige engagiert sich für die Integrationsarbeit seit vielen Jahren mit Rat und Tat, Materialien, Zeit und großem Enthusiasmus. „Integrationsarbeit ist eine nachhaltige Investition. Ich will daran mitarbeiten, dass aus ,Fremden‘ Alteingesessene werden. Nur so entsteht eine funktionierende Bürger- und Nachbarschaft. Wenn die Politik sich aber nun auch noch finanziell aus der Affäre ziehen würde, fühlte ich mich allein gelassen und ausgenutzt. So nach dem Motto: ‚Die Ehrenamtlichen können sich ja einfach mehr engagieren…‘ Ohne die Gelder kann die Arbeit der Hilfsorganisationen so nicht fortgeführt werden.“

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