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Welch schöne Liebeserklärung in der Uckermark

In Blindow werden Anwohner fast täglich Zeuge eines rührenden Alltagsrituals. Dort kümmert sich ein alter Mann fürsorglich um seine 85-jährige Frau.
Wenn die Beine versagen, nimmt Marianne Mesecke Platz und wird von ihrem Otto geschoben.
Wenn die Beine versagen, nimmt Marianne Mesecke Platz und wird von ihrem Otto geschoben. Claudia Marsal
In Liebe sind die Meseckes zusammen alt und grau geworden.
In Liebe sind die Meseckes zusammen alt und grau geworden. Claudia Marsal
Prenzlau ·

Im November jährt sich das Eheversprechen der Meseckes zum 60. Mal. Die beiden hoffen inständig, ihre Diamantene Hochzeit noch gemeinsam feiern zu können. Doch sie wissen, dass das in ihrem Alter nicht mehr selbstverständlich ist. Otto Mesecke liegt mit seinen 85 Lenzen längst über dem für deutsche Männer errechneten Durchschnittssterbealter von 79. Auch Ehefrau Marianne (85) ist schon drüber. Nach dem Rezept befragt, führen die beiden ihr stets friedliches Miteinander an. Sich um den anderen sorgen, das sei bei ihnen keine leere Phrase gewesen, sagt der pensionierte Landwirt dem Uckermark Kurier. In jungen Jahren war stets seine Frau für ihn da, setzt er stolz hinzu. Trotz der beiden Töchter habe sie ihm immer den Rücken freigehalten. 2021 ist nun er es, der sich um sie kümmert.

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Wer öfter durch ihren Heimatort Blindow an der B109 fährt, wird das vielleicht schon mal beobachtet haben. In ganz liebevoller Weise sorgt der Rentner dafür, dass seine Marianne regelmäßig an die frische Luft kommt. Sie braucht für Spaziergänge bereits einen Rollator, den sie auf den ersten Metern auch noch alleine schiebt.

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Aber spätestens auf der Hälfte der Strecke versagen die Beine ihr den Dienst. Aus der Not heraus hat das Paar deshalb eine besondere Transportmethode ersonnen. Wenn die alte Frau am Ende ihrer Kräfte ist, übernimmt Otto Mesecke das Schieben. Sie setzt sich dann einfach auf die Gehhilfe drauf. „Mir macht das nichts aus”, versichert der Senior mit liebevollem Blick auf seine Angetraute: „Hauptsache ist doch, dass ich sie bei mir habe.” Kann es eine schönere Liebeserklärung geben?

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