Beim näheren Betrachten des etwa 80 Zentimeter großen Findlings sah unser Leser, dass dieser auf der Oberfläch
Beim näheren Betrachten des etwa 80 Zentimeter großen Findlings sah unser Leser, dass dieser auf der Oberfläche eine von Menschenhand eingearbeitete Rille aufweist. Privat
Heinz Pöller lässt seine Entdeckung keine Ruhe.
Heinz Pöller lässt seine Entdeckung keine Ruhe. Archiv
Sonderbarer Findling

Wie kam die komische Rille in diesen Riesenstein?

Bisher gebe es keine exakten Hinweise auf Zeitstellung und Funktion dieser Findlinge, bedauert Heinz Pöller, der so eine Rarität auf dem Acker entdeckt hat.
Carmzow

Als natur- und geschichtsinteressierter Rentner ist Heinz Pöller viel mit dem Fahrrad und zu Fuß in der Umgebung seines Heimatdorfes unterwegs. Bei einer dieser Exkursionen entdeckte der Uckermärker in der Gemarkung Carmzow auf einem Acker einen frisch ausgepflügten Feldstein.

+++ Jede Hilfe kam für den Findling zu spät +++

Beim näheren Betrachten des etwa 80 Zentimeter großen Findlings sah er, dass dieser auf der Oberfläche eine von Menschenhand eingearbeitete Rille aufweist. „Als archäologisch interessierter Laie war mir klar, dass es sich um einen sogenannten Rillenstein handelt. Diese sind in Norddeutschland bis in den Raum Hamburg verbreitet. Meist ist die Rille, wie auch bei dem Carmzower Stein, nicht umlaufend, sondern nur auf der Oberfläche eingearbeitet. Rillensteine haben erst in den letzten Jahrzehnten die Aufmerksamkeit der Archäologen auf sich gezogen. Bisher gibt es keine exakten Hinweise auf Zeitstellung und Funktion der Steine. Oftmals werden ungeklärte Rätsel der Archäologie im kultischen Bereich angesiedelt.“

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In der näheren Umgebung von Carmzow seien Rillensteine in Wollschow, Schönfeld und Malchow bekannt, hat der Uckermärker in Erfahrung gebracht: „Auf jeden Fall handelt es sich bei diesen Bodendenkmalen um seltene schützenswerte Objekte, die es zu erhalten gilt. Noch liegt der Stein auf dem Feld, wo er aber nicht verbleiben kann. Der leitende Landwirt des zuständigen Landwirtschaftsbetriebes habe ihm aber versichert, dass dieser Stein nicht unbeachtet auf einen Sammelsteinhafen landen, sondern einen würdigen Platz finden werde, „wo er unseren Nachkommen als Zeugnis der frühen Besiedlung unserer Heimat erhalten bleibt.“

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