In Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) war am 29. September 2021 eine Windkraftanlage in sich zusammengestürzt. Dabei ha
In Haltern am See (Nordrhein-Westfalen) war am 29. September 2021 eine Windkraftanlage in sich zusammengestürzt. Dabei handelte es sich um den gleichen Typ, der auch bei Güstow errichtet wurde. Guido Bludau
Unfallgefahr

Windräder bei Güstow gestoppt und gesperrt

Weil in Haltern am See in NRW ein Windrad in sich zusammengestürzt ist, wurden nun drei funktionsfähige Windkraftanlagen bei Güstow stillgelegt.
Prenzlau

Auf einem Windfeld nahe des Prenzlauer Ortsteils Güstow sind drei neu errichtete Windenergieanlagen des Typs Nordex N149/4.0-4.5 stillgelegt worden. Der Bereich um die Anlagen wurde mit Bauzäunen gesichert und auf den Feldern sind Flatterbänder gespannt. Das Areal dürfe nicht betreten werden. So berichtete es ein besorgter Bürger aus dem Prenzlauer Ortsteil. „Die Anlagen waren nur zwei Wochen in Betrieb. Dann sind sie abgeschaltet und baurechtlich gesperrt worden“, schildert der Güstower seine Beobachtungen. In der Zeit des Betriebes hätten die Anlagen viel Krach gemacht. „Nach meiner Information sollen in Deutschland zwei Windräder dieses Typs umgekippt sein.“ Da sich eine der Anlagen ganz in der Nähe der Straße befinde, könnte ein Unglück gravierende Folgen haben, so die Befürchtung des Bürgers. Er ist der Meinung, dass die Anlagen zurückgebaut werden sollten.

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Auf eine Anfrage des Uckermark Kurier beim Betreiber der Windenergieanlagen, der Denker & Wulf AG, sandte die für Projektierung verantwortliche Sylvia Moritz eine Stellungnahme, die in Abstimmung mit dem Windenergieanlagen-Hersteller Nordex erstellt hat. Demnach ist am 29. September 2021 im Windpark Haltern tatsächlich eine Anlage des Typs Nordex N149/4.0-4.5 in sich zusammengebrochen. „Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wurden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden unmittelbar nach dem Unfall eingeleitet“, versichert Sylvia Moritz. Bei dieser Anlage handele es sich nicht um einen Prototypen und es sei die einzige havarierte Windenergieanlage dieses Anlagentyps. Bis nähere Erkenntnisse zur Ursache der Havarie vorliegen, seien vorsorglich durch den Hersteller alle identisch konfigurierten Anlagen vorläufig außer Betrieb genommen und abgesperrt worden. „Das betrifft auch die Anlagen in Güstow, von denen sich drei bereits in Betrieb befanden. Mit der Außerbetriebnahme werden die dynamischen Lasten auf die Anlagen drastisch reduziert“, so Moritz.

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Die Ursachen-Analyse in Haltern am See werde seitens des Herstellers gemeinsam mit externen Gutachtern kontinuierlich fortgesetzt. Erst nach Abschluss all dieser Analysen könnten nächste Schritte abgeleitet werden. Das betreffe auch die Anlagen in Güstow. „Zurzeit wird ein zeitnaher Rückbau der Anlage, die noch nicht in Betrieb genommen war, in Erwägung gezogen“, lässt Sylvia Moritz wissen. Hintergrund ist, dass seit 2020 auf einem Windfeld bei Güstow 28 alte Windenergieanlagen zurückgebaut werden. Bei diesem Repowering-Projekt war geplant, stattdesssen zehn bis elf neue Windräder auf dem Windfeld zu errichten. Diese erreichen mit knapp 240 Metern mehr als die doppelte Höhe der vorherigen Anlagen. Zu erkennen ist der Nordex-Typ an dem achteckigen Turm im unteren Teil.

Die Anlage, die am 18. Dezember 2021 auf dem Windfeld Güstow in Brand geraten war, hat mit dem Typ Nordex nichts zu tun. Dabei hatte es sich um eine der Altanlagen gehandelt, die zurückgebaut werden sollen.

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