Polizei vor dem Reihenhaus, in dem sich das Unglück am Donnerstag ereignete. Die Bewohner, die im Schlafanzug vor dem Feu
Polizei vor dem Reihenhaus, in dem sich das Unglück am Donnerstag ereignete. Die Bewohner, die im Schlafanzug vor dem Feuer flüchteten, wollen dorthin so schnell es geht wieder zurück, zumindest um einige Sachen zusammen zu packen. Heiko Schulze
Am Kupferschmiedegang rückten am Donnerstag die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau an.
Am Kupferschmiedegang rückten am Donnerstag die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau an. Heiko Schulze
Hausbrand in Prenzlau

„Wir leben noch, was für ein Glück!“

Gudrun (77) und Gustav-Adolf Haffer (81) haben zusammen mit ihrer Hündin Jule furchtbare Stunden erlebt. In ihrem Reihenhaus war ein Brand ausgebrochen. Sie sind voller Dankbarkeit für alle Einsatzkräfte und Unterstützer.
Prenzlau

Es war ein Scheppern in der Küche, das Gudrun Haffer Donnerstagmorgen aus dem Schlaf hochschrecken ließ. Das Geräusch kam aus dem Erdgeschoss, in dem sich die Küche ihres Reihenhauses befindet. „Zunächst hatte ich befürchtet, dass mein Mann gestürzt sein könnte, doch dann war schon alles voller Rauch“, schilderte sie am Freitag im Telefonat mit dem Uckermark Kurier. Nur ihre Schlafanzüge hätten sie bei ihrer Rettung über das Terrassendach getragen, alles andere haben sie zurücklassen müssen.

+++ Küchenbrand im Prenzlauer Reihenhaus - Ehepaar gerettet ***

Irgendwie wie im Krieg. Dennoch zeigten sich Gudrun (77) und Gustav-Adolf Haffer (81) unendlich dankbar, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes in diesen albtraumhaften Momenten sie gerettet und ihnen zur Seite gestanden haben.

Hündin gut betreut

Auch für die medizinische Betreuung und die empathische Versorgung im GLG-Kreiskrankenhaus Prenzlau, in dem sie die Nacht gemeinsam auf der Intensivstation verbrachten, haben sie nur lobende Worte übrig. Ebenso für die Tierärztin Sophie Dobbert aus der Praxis im ehemaligen Prenzlauer Warmbad. Dort wurde die Husky-Hündin Jule, die eine schwere Rauchvergiftung erlitten hatte, umfassend versorgt. Die Nacht verbrachte sie sogar zu Hause bei der Ärztin. „Jule ist soweit stabilisiert, aber noch nicht über den Berg“, schildert Sophie Dobbert. Die Hündin erhält Infusionen und wird solange medizinisch betreut, bis sie wieder steh- und gehfähig ist. Das könne schon fünf, sechs Tage dauern. Aber dass Jule das Geschehen um sich herum aufmerksam verfolgt und ab und an auch das Köpfchen schon hebt, sei ein gutes Zeichen.

Hoffen auf schnelle Rückkehr

Haffers selbst hoffen so schnell als möglich in ihr Häuschen am Kupferschmiedegang wieder zurückkehren zu können. Die Entlassung aus dem Krankenhaus sollte noch am Freitag erfolgen.

Den Umständen entsprechend gehe es ihnen gut: „Wir hatten so unheimlich großes Glück, wir haben überlebt!“ Ihr Sohn, Freunde, Nachbarn würden ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen und durch ihre Unterstützung ein gutes Gefühl vermitteln.

Jetzt bleibt die Hoffnung der Haffers, dass sich der Schaden zügig über die Versicherung regulieren und beheben lässt.

Ob sich die Zuversicht der beiden Rentner erfüllt, kurzfristig in ihr Haus zurückkehren zu können, um wenigstens persönliche Sachen zusammen zu packen, ist jedoch ungewiss. „Das betreffende Haus ist derzeit nicht bewohnbar“, heißt es dazu in der Pressemeldung der Polizeidirektion Ost. Die Ermittlungen zur Brandursache sind eingeleitet.

Nur in Schlafanzügen

„Wir haben doch nur unsere Schlafanzüge bei uns. Keine Sachen zum Anziehen, keine Ausweise, auch nicht unsere Impfausweise, um in einem Hotel einchecken zu können“, schildert verzweifelt Gustav-Adolf Haffer. Freitagnachmittag hoffte er noch, dass sich eine Lösung finden lässt, in Begleitung der Polizei ihr Haus vorübergehend für wenige Minuten betreten zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Auskunft erhalten, dass dieses frühestens am Montag möglich sein werde. Eine bereits am Donnerstag von der Wohnbau Prenzlau GmbH angebotene Gästewohnung komme für sie leider nicht in Frage, da diese leer sei. „Schlimmer kann es nach dem Unglück gar nicht mehr kommen“, versuchen Gudrun und Gustav-Adolf Haffer weiterhin ihren Optimismus zu behalten.

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