Nachweispflicht

Wird der gelbe Impfausweis in den Läden nicht mehr akzeptiert?

Weil sie keinen digitalen Impfnachweis hat, wurde einer Prenzlauerin (81) der Zutritt verwehrt. Die betagte Dame kann nicht fassen, dass ihr das passiert ist.
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Viele Apotheken bieten die Ausstellung des neuen digitalen Nachweises einer Corona-Impfung an. Dabei wird für vollständig Geimpfte ein QR-Code erstellt, der ausgedruckt oder in Apps mit dem Handy verwendet werden kann. Sven Hoppe
Prenzlau

„Das kann doch wohl nicht wahr sein” – Helga H. (Name bekannt) versteht die Welt nicht mehr. Die 81-Jährige befolgt seit Inkrafttreten der Coronamaßnahmen sämtliche Regeln. Die Seniorin hat sich dreimal impfen lassen, wahrt Abstand und Hygiene. Und dennoch stand sie dieser Tage bei einem Laden in der Prenzlauer Innenstadt vor verschlossener Tür.

+++ Aktualisierung: Händler nimmt Stellung zu Impfpass-Vorfall +++

Die alte Dame berichtet, dass das Personal dort viele Leute wieder weggeschickt habe, weil der Impfnachweis angeblich nur noch digital akzeptiert werde. Helga H. besitzt kein Handy und hatte ihren Pass nur in Papierform dabei, aber ebenso ihren Personalausweis, um sich zu legitimieren. Beides zeigte sie den Angestellten auch. Leider vergeblich. Sie musste wieder gehen – ohne die Weihnachtstüten, die sie für die Enkel hatte kaufen wollen.

Nicht die Regel

Die Regel sei das aber nicht, versicherte City-Managerin Susanne Ramm auf Nachfrage. Sie startete sofort einen Rundruf bei den Geschäften und konnte wenig später mitteilen, dass der „Gelbe” weiter akzeptiert werde. Wichtig sei, dass der Kunde seinen Personalausweis dabei habe, dann sollte im Einzelhandel einem Einkauf für Geimpfte nichts im Weg stehen. Genesene benötigen ihr Genesenenzertifikat. „Vor allem für die Senioren ist diese Info doch ganz wichtig.”

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Strenggenommen ist es aber wirklich so, dass das Land Brandenburg fordert, dass der Nachweis als digitales COVID-Zertifikat der EU in elektronischer oder gedruckter Form vorgezeigt werden muss; weil der Nachweis beim Betreten von dem Verantwortlichen digital zu verifizieren ist.

Zur Apotheke gehen

Bürger, die noch nicht über ein digitales Zertifikat verfügen, können sich dies kostenfrei in Apotheken ausstellen lassen. Dafür müssen der Impfpass und der Personalausweis mitgebracht und vorgelegt werden. Das Impfzertifikat wird dann in Form eines QR-Codes erstellt und ausgedruckt. Ein Handy braucht man dafür nicht zwangsläufig. Der QR-Code kann anschließend aber in die CovPass-App oder in die Corona-Warn-App eingescannt werden. Es ist allerdings auch möglich, den ausgedruckten QR-Code mit sich zu führen und auf Verlangen vorzuzeigen.

+++ Polizei ermittelt in 106 Fällen wegen gefälschter Impfausweise +++

Ein Hintergrund dieser Forderung dürften Impfpassfälschungen sein. In Brandenburg laufen laut dpa aktuell in 106 Fällen Ermittlungen dazu. Bislang seien in diesem Jahr derartige Sachverhalte im unteren dreistelligen Bereich polizeilich bekannt geworden, sagte Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidiums, auf Anfrage. Dabei gehe es unter anderem um den Verdacht der Urkundenfälschung beziehungsweise des Ausstellens unrichtiger oder gefälschter Gesundheitszeugnisse.

Das Unternehmen hat am 30. November geantwortet.

 

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