Der kurz vor der Einmündung Klosterstraße auf die B 198 geführte Radweg sorgt für Ängste bei den Ben
Der kurz vor der Einmündung Klosterstraße auf die B 198 geführte Radweg sorgt für Ängste bei den Benutzern. Mathias Scherfling
Müssen Radfahrer hier die Straßenseite wechseln oder nicht?
Müssen Radfahrer hier die Straßenseite wechseln oder nicht? Mathias Scherfling
Gefahr

Wo beim Radfahren in Prenzlau die Angst mitfährt

Im vergangenen Jahr wurde die B 198 mit Geh- und Radwegen in Prenzlau saniert. Doch nach anfänglicher Freude machen sich Radfahrer nun ernste Sorgen.
Prenzlau

Schon im April 2020 haben die Arbeiten zur Sanierung der Bundesstraße 198 in Prenzlau begonnen. Zwar ist die Straße im Moment wieder freigegeben, aber abgeschlossen sind Arbeiten dennoch nicht. Trotzdem erreichte die Redaktion die Kritik einer Leserin aus Prenzlau, die häufig mit Fahrrad in der Stadt unterwegs ist. „In der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße wurden die Fahrbahn und der kombinierte Geh- und Radweg erneuert. Ich hatte mich sehr gefreut, dass auf diesem Abschnitt der Radweg erneuert wurde. Bis ich gesehen habe, was dort gebaut wurde“, schreibt Ilona Heinrich.

Unfälle nur Frage der Zeit?

Ihrer Meinung nach sei es nur eine Frage der Zeit, bis dort die ersten Unfälle passieren. Damit meinte sie stadteinwärts den Abschnitt zwischen schwarzem Netto und der Einmündung Klosterstraße sowie auf der anderen Straßenseite den Einmündungsbereich vor und hinter der Straße Am Durchbruch. Nach Informationen aus der Stadtverwaltung Prenzlau hatte der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg die Planung sowohl für den Radweg als auch die Fahrbahn übernommen.

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Auf die Frage, warum der Radweg stadteinwärts kurz vor der Einmündung Klosterstraße auf die Straße geführt werde, antwortete der Pressesprecher des Landesbetriebes, Steffen Streu. „Der notwendige Platz für einen Geh- und Radweg steht hier nicht zur Verfügung.“ Bis zur Einfahrt zum schwarzen Netto habe der Weg eine Breite von mehr als drei Metern für Radfahrer und Fußgänger. „Danach beginnen die Parkplätze vor der Wohnbebauung. Die Fläche misst dann nur noch zwei Meter zuzüglich des Sicherheitsstreifens“, informierte Steffen Streu. Deshalb sei dieser Bereich als „Gehweg, Radfahrer frei“ beschildert worden. Aus Sicht des Landesbetriebes handele es sich bei der Führung des Radweges auf die Straße nicht um einen Gefahrenschwerpunkt. „Wenn alle die Regeln der Straßenverkehrsordnung einhalten werden, ist diese Stelle kein Gefahrenschwerpunkt. Über Unfälle ist uns nichts bekannt.“

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Wohingegen das Problem, dass die Kante des Radweges bei der Umleitung auf das Straßenniveau nicht abgesenkt wurde, vom Landesbetrieb als problematisch anerkannt wird. „Die Bordabsenkung wurde mit der Stadt Prenzlau als Bau- und Straßenverkehrsbehörde ausführlich diskutiert. Da hier aber ein Gehweg, ,Radfahrer frei‘ ausgeschildert wurde, gibt es nur eine teilweise Absenkung.“ Wobei der Pressesprecher noch die Chance für eine Veränderung sieht. „Wir werden das Problem nochmals aufgreifen und mit der Stadt Prenzlau diskutieren“, kündigte Streu an.

Verkehrsführung verteidigt

Die gegenüberliegende Seite der Straße – die Einmündung vor und hinter Am Durchbruch mit Radfahrer-Ampel – betreffend sieht der Landesbetrieb keinen Gesprächsbedarf. „Die Beschilderung ist hier eindeutig. Auch auf dem Bild ist klar zu sehen, dass es nicht möglich ist, den Radweg auf der schmalen Gehbahn zu führen.“ Des Weiteren sei durch Verkehrszeichen, Piktogramme auf der Straße und die Radfahrer-Ampel das Linksabbiegen des Radfahrers geregelt. „Generell ist der Landesbetrieb Straßenwesen für jede sachliche Kritik von Radfahrern, Fußgängern oder Fahrzeugführern offen“, betonte Steffen Streu.

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