Doreen Lugge (rechts) hat Kerstin Behnke beim Campen kennengelernt. Seitdem nimmt die Prenzlauerin Anteil an deren schwerem S
Doreen Lugge (rechts) hat Kerstin Behnke beim Campen kennengelernt. Seitdem nimmt die Prenzlauerin Anteil an deren schwerem Schicksal und kämpft für sie. Privat
Krebskranke entsetzt

„Woher soll ich 15.000 Euro für die OP nehmen?”

Die Prenzlauerin Doreen Lugge bangt um ihre beste Freundin: Hinter Kerstin Behnke liegt ein Martyrium, das durch Geldsorgen noch verschärft wird.
Prenzlau

Es begann mit Kopfschmerzen, die mit der Zeit unerträglich wurden. „Anfangs tippten die Ärzte noch auf Migräne. Dann hieß es plötzlich, mein niedriger Blutdruck sei verantwortlich dafür” – erst als Kerstin Behnke immer öfter umkippte, nahm endlich ein Arzt die Beschwerden der gelernten Krankenschwester ernst. Ein MRT brachte dann die traurige Gewissheit: Die heute 43-Jährige litt an einem Hirntumor.

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Bei der Diagnose vor neun Jahren brach für die dreifache Mutter eine Welt zusammen. Ihr wurde gesagt, dass aufgrund der ungünstigen Lage nicht operiert werden könne, und man stattdessen alles unternehmen werde, damit sich der Tumor verkapsele. „Mir war klar, dass der Weg nicht einfach wird”, blickt die Patientin zurück. Doch für ihren Nachwuchs nahm die Alleinerziehende den Kampf gegen den Krebs auf.

Kräftezehrende Chemos

Im Mai 2022 liegt ein schier endloser Marathon mit kräftezehrenden Chemos und Bestrahlungen hinter ihr. Der Tumor ist etwas kleiner geworden. Aber die Medikamente haben epileptische Anfälle ausgelöst, und ihr Herz arbeitet nur noch mit viertler Kraft. „Ich fühle mich wie 100”, beklagt die schwerkranke Frau. Die letzte Hoffnung sei ein künstliches Herz, setzt sie leise hinzu. „Ich will das unbedingt versuchen, vor allem für meine Kinder. Die Großen sind mit 19 und 24 zwar schon aus dem Haus. Aber mein Jüngster, der Steven, ist erst zehn. Was soll denn aus ihm werden, wenn ich nicht mehr bin?” Doch für die OP müsse sie einen Eigenanteil von 15.000 Euro aufbringen, sei ihr in der Klinik gesagt worden, seufzt Kerstin Behnke. 80 000 Euro zahle die Kasse, nur der Rest, beispielsweise für zusätzliche Akkus, Fahrten zur Klinik usw., werde nicht getragen. Einen Kredit über diese Summe bekomme sie aber nicht, das weiß die schwerkranke Frau seit ihrem Gespräch bei der Bank in der letzten Woche.

Der Jüngste ist erst zehn

Denn dadurch, dass sie in Scheidung lebe, kein Kindsunterhalt für den Jüngsten bekomme und aufgrund ihrer massiven Beschwerden nur wenig dazuverdienen könne, sei sie nicht kreditwürdig, klärt Kerstin Behnke auf: „Mehr als 120 Euro im Monat könnte ich nicht abzahlen.” Die AOK ließ auf Anfrage des Uckermark Kurier wissen, dass die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich zwar die Kosten für eine medizinisch notwendige Behandlung in zugelassenen (!) Krankenhäusern übernehmen würden und die Zuzahlung für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, bei einer vollstationären Behandlung zehn Euro pro Tag für maximal 28 Tage pro Kalenderjahr betrage. Wenn den Patienten – wie in diesem Fall – ärztliche Leistungen angeboten würden, die privat bezahlt werden sollen, dann sollte sich diese vor Behandlungsbeginn unbedingt mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen und zu möglichen Behandlungsalternativen beraten lassen. Dies sei auch die dringende Empfehlung an Frau Behnke, so der Pressesprecher der AOK, Dirk Becker.

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Aber die Krebskranke hat keine Kraft mehr für Verhandlungen und schon gar nicht für Streit mit der Kasse oder die Suche nach Alternativen. Sie glaubt, dass die behandelnden Ärzte am besten wüssten, was ihr noch helfen kann und versteht nicht, warum ihr das Leben so schwer gemacht wird. „Können Sie nachvollziehen, dass ich nicht mehr kann? Schon das Aufstehen fällt mir schwer. Letztes Wochenende erst bin ich wieder umgefallen und musste wiederbelebt werden. Ich will nur noch, dass das aufhört.”

Hoffnung fast aufgegeben

Die Hoffnung, dass ihr andere Menschen helfen könnten, hat sie nach einem ersten Spendenaufruf im Internet allerdings fast aufgegeben. „Sie glauben gar nicht, was da für Anrufe kamen. Meist von Männern, die gewisse Dinge im Tausch gegen Geld gefordert haben. Ich hätte nie geglaubt, dass es so böse Menschen gibt.” Ihre Freundin Doreen Lugge aus Prenzlau will das nicht akzeptieren. Ihr tut die 43-Jährige unendlich leid, deshalb hat sich die Kreisstädterin hilfesuchend an den Uckermark Kurier gewandt: „Vielleicht findet sich ein Weg, meiner Kerstin noch ein paar Jahre Leben zu schenken.” Auch für ein paar unbeschwerte Tage mit ihrem kleinen Sohn wäre die kranke Frau unendlich dankbar, sagte diese im Gespräch mit dem Uckermark Kurier. Seriöse Angebote können über die Emailadresse der Autorin unterbreitet werden.

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