Bei seinem Ausflug am vergangenen Wochenende in den Schwarzwald hat Silvio Bednarek (kleines Foto) das Erdbeben bei Lörra
Bei seinem Ausflug am vergangenen Wochenende in den Schwarzwald hat Silvio Bednarek (kleines Foto) das Erdbeben bei Lörrach miterlebt. Silvio Bednarek
Naturgewalt

Zehdenicker bei Trip nach Süddeutschland erschüttert

Als Tourist hat Silvio Bednarek am Sonnabend das Erdbeben in Lörrach im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leibe gespürt.
Templin

Seinen jüngsten Trip am Wochenende in den Schwarzwald bei Lörrach wird Silvio Bednarek wohl nicht so schnell vergessen. Er war am Sonnabend dabei, als am Abend kurz vor 18 Uhr ein Erdbeben die Region erschüttert hat.

Dass die Naturgewalt dort kurzzeitig ihre Muskeln spielen ließ, war ihm dabei zunächst gar nicht bewusst. „Ich war in meiner Pension, als plötzlich das ganze Haus vibrierte, als wenn im Keller eine überdimensionale Waschmaschine rüttelte. Kurz danach gab es einen mächtigen Knall, wie bei einem Düsenjet, der die Schallmauer durchbricht. Dann war wieder alles ruhig. Das Ganze hat nur wenige Sekunden gedauert“, schilderte Silvio Bednarek sein Erlebnis.

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Erst Augenblicke später realisierte er, dass er gerade ein Erdbeben miterlebt hat. „Erdbeben kennt unsereiner doch nur aus dem Fernsehen oder von Bildern in den Medien“, sagte er. Furcht oder Angst verspürte er in dem Augenblick nicht, zumal draußen in der Stadt nach den Erschütterungen alles ruhig blieb. Wie sich später herausstellen sollte, hatte das Beben der Stärke 4,7 auf der Richterskala keine Schäden angerichtet. „Ich war aber schwer beeindruckt. Ich habe danach ein bisschen im Internet recherchiert und gelesen, dass das Beben die Erde mit einer Kraft erschüttert hat, die vergleichbar mit der Explosion von 4200 Tonnen TNT-Sprengstoff ist. Da kommt man sich als Mensch plötzlich ganz klein vor.“

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Umso verwunderter war er, dass die bundesweite Fernsehlandschaft von dem für deutsche Verhältnisse so seltenen Naturschauspiel keine Notiz genommen hat. „Ein regionaler Radiosender hatte zwar sofort sein Musikprogramm unterbrochen und berichtete dann fortlaufend von dem Ereignis. Doch den großen Nachrichtensendern im Fernsehen war das keine Meldung wert. Das hat mich enttäuscht. Ich fühle mich geografisch über die Ostukraine besser informiert als über solche extremen Ereignisse im eignen Land“, sagte Silvio Bednarek, den viele als Filialleiter des Zehdenicker Nissan Autohauses in Templin kennen.

Erst recht, als er bei seinen Recherchen im Internet auf brisante Informationen stieß. Das Erdbeben ereignete sich im Dreiländereck Deutschland – Schweiz – Frankreich. „An dem Tag hatte ich gerade die Meldung gehört, dass die Schweiz plant, in der Region ein Atommüll-Endlager zu bauen. An der Grenze zu Deutschland steht in der Schweizer Stadt Leibstadt ein Atomkraftwerk. Das ist keine 50 Kilometer von Lörrach entfernt, ebenso das französische Atomkraftwerk Fessenheim.“

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